Der Ausbau der RHS
Wie geht es weiter mit der RHS? Zu diesem Thema hatte der Elternrat der RHS die entsprechenden Entscheidungsträger eingeladen: Dr. Bernd Klose, Oberbürgermeister der Stadt Markkleeberg, Christoph Bernhard, Referatsleiter der Sächsischen Bildungsagentur, Wolfgang Heinze, Amtsleiter Sozial- und Kulturamt der Stadt Markkleeberg sowie Ditmar Apel, Schulleiter der RHS, standen Rede und Antwort. Moderiert wurde die Diskussion von Urte Grauwinkel, Elternvertreterin an der RHS.
Die Befindlichkeiten der RHS gegenüber waren nicht ganz paritätisch besetzt: zwei Leipziger (Heinze und Bernhard), ein Markkleeberger (Dr. Klose) und ein Starsiedler (Apel), zwei von ihnen einmal selbst Schüler der RHS gewesen - die Frage nach der Verbindung mit der RHS lag da nah und zwang allen Beteiligten schon einmal ein klares Bekenntnis ab.
Auch beim Thema des Abends schnell Übereinstimmung: Eine Schule, die dreieinhalb- bis vierzügig geplant ist, kann auf Dauer nicht Schüler für fast durchgehend fünf Klassen beherbergen. Irgendwo wird der Platz knapp. Fehlende Klassenzimmer und Fachkabinette, dafür überfüllte Klassen sind die Folge. Dass unsere Schule seit Jahren ausschließlich Markkleebergern vorbehalten ist, überrascht schon keinen mehr. Auch die Aussichten sind nicht rosig: Im kommenden Schuljahr werden wieder alle Plätze in den Unterrichtsräumen belegt sein, die Lehrer können sich erneut auf 30 zu kontrollierende Arbeiten einstellen.
Wie weiter? Für die Schulnetzplanung ist der Landkreis zuständig, die Vorarbeiten laufen. Da es im Landkreis selbst keine weiteren Alternativen gibt, Markranstädt, Borna und Groitzsch sind zu weit weg, um Schüler aufnehmen zu können und außerdem ebenfalls voll, bleibt nur der Standort Markkleeberg selbst. Dr. Klose schloß ein zweites Gymnasium in der Stadt aus, ein Planungsbüro wurde mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, deren Ergebnis in den kommenden Wochen im Stadtrat diskutiert werden dürfte. Eine kurzfristige Lösung wird es nicht geben, Dr. Klose stellte erste Projektentwürfe für den Herbst in Aussicht. Oberste Priorität haben derzeit der Erweiterungsbau der Mittelschule sowie der Grundschule Markkleeberg-Ost.
Optimale Bildung - im "Bildungskoloss RHS" (Apel) so nicht möglich? Das dementierten Lehrer und auch die Bildungsagentur. Wir haben neben dem musischen Profil Ganztagsangebote in einer Vielfalt, die in Sachsen seinesgleichen sucht. Das braucht Räume und erklärt andererseits, warum mehr Räumlichkeiten gefragt sind. Mehr Schüler ermöglichen mehr Angebote. Ein Kreislauf, der schwer zu durchbrechen ist.
Zum Abschluss durften Visionen geäußert werden. Für Wolfgang Heinze haben sich mit dem Neubau der RHS diese schon erfüllt, Dr. Klose wünscht sich neben der RHS ein technisches Gymnasium (meint das Berufliche Gymnasium am Rathausplatz), für Christoph Bernhard wäre ein junges Kollegium ein Traum. Einzig unser Schulleiter, bekanntlich kein Freund des Visonären, blickt eher in die nächsten Tage. Wünschenswert wäre es, so Ditmar Apel, wenn alle Anmeldungen positiv beschieden werden könnten. Damit hat es dann doch noch etwas Visonäres ...
Fazit: Wer erwartet hatte, verbindliche Antworten, gar Modelle, vermittelt zu bekommen, wurde enttäuscht. Angesichts der derzeitigen finanziellen Situation war das auch nicht zu erwarten, ohne Fördermittelzusagen aus der Landeshauptstadt wird es auch dieses Mal nicht gehen. Zweite Erkenntnis - Markkleeberg hat einen Sonderstatus, im Vergleich zu anderen Kommunen wählen hier weitaus mehr Grundschüler und ihre Eltern (70 %) den Bildungsweg Gymnasium. Damit muss die Stadt und auch die RHS leben, vielleicht erwächst durch den Neubau der Mittelschule eine ähnliche Anziehungskraft wie an unserer Schule. Mag der Beschluss der Landesregierung, den Zugang zum Gymnasium zu erschweren (2,0 statt 2,5), seine beabsichtigte Wirkung nicht verfehlen.






