Barack Obama in Markkleeberg, an der RHS? Nicht ganz, aber immerhin sein Papp-Konterfei hatte Philip Murphy, US-Botschafter in Deutschland, in die Aula mitgebracht.
Hoher Besuch in unseren heiligen Hallen. Der deutete sich schon am frühen Vormittag an, obwohl ein größeres Polizeiaufgebot derzeit ja nichts Ungewöhnliches ist. Aber die schwarzen Limousinen wiesen auf wenig Bedrohliches hin: Großer Besuch im Anmarsch, US-Botschafter Philip Murphy sowie seine Ehefrau Tammy wurden im Rahmen der Buchmesse zu einer Lesung erwartet.
Um 11:18 rollte die Eskorte auf den Schulhof und ein sichtlich gut gelaunter Botschafter entstieg mit Ehefrau samt umfangreichem Sicherheitspersonal. Begrüßt wurden die Gäste von Schulleiter Ditmar Apel und Englischlehrerin Kerstin Kirschke, die wieder einmal ihre guten Kontakte zum Leipziger US-Konsulat hatte spielen lassen und den wichtigsten Mann Amerikas in Deutschland in die Mehringstraße lotsen konnte.
Schüler der 11. und 12.Klassen wurden in der Aula vom US-Botschafter ermutigt, sich einzubringen, sich zu artikulieren. Am Beispiel von Reden des amtierenden Präsidenten Barack Obamas und anderer wichtiger Persönlichkeiten der Geschichte der USA motivierte er die zukünftigen Abiturienten, sich der Wirkung von Sprache bewusst zu werden. Gerade die von ihm beachteten Lincoln, Roosevelt, Kennedy, Martin Luther King wie eben auch Barack Obama hätten bewiesen, dass man mit Worten Zeichen setzen kann: "Ich bin ein Berliner" (J.F. Kennedy) oder "I have a dream" (Martin Luther King) stehen stellvertretend dafür.
Für die Schüler der 7. und 8.Klassen las Tammy Murphy aus Obamas Kinderbuch "Of Thee I Sing: A Letter to My Daughters" ("Von dir singe ich: Ein Brief an meine Töchter"). In seinem 40seitigen Werk berichtet der Autor über 13 Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte, die für Werte und ihre Liebe zum Vaterland stehen.
Nach einer Stunde verließ der Besuch wieder Markkleeberg, ließ sichtlich beeindruckte Schüler zurück. Wann bekommt man schon einmal ein Autogramm von einem Botschafter? Überraschend die (Welt-)Offenheit des Botschafters, der den genauen Spielplan der Frauen-Fussball-WM in Deutschland im Kopf hatte und locker über die Champions-League plauderte. Politik zum Anfassen - heute wurde dies zelebriert.
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