An dieser Stelle werdet ihr ab sofort in regelmäßigen Abständen Geschichten und Anmerkungen zum Schulleben finden. Wie der Name schon sagt, nervt die Hilde ab und zu und das ist gut so. Ist aber nicht immer alles so ernst gemeint.
Dass dieser Geist Gestalt annehmen kann, ist eine Saga, die älteren Schüler unter euch werden das bestätigen können.
Bitterkalt, wenigstens in der Schule ist es warm. Und wem nicht, dem hilft eine Mütze. Ist ja zurzeit total in, mit grüner Kopfbedeckung und blauer Bommel rumzulaufen.
Ansonsten alles schick bei uns. Wobei wir beim Thema wären. Neudeutsches durchströmt unseren Sprachwortschatz. Dagegen kann man sich wehren. Wie z.B. an einer Passauer Mittelschule, an der die Schüler angehalten werden, nicht mehr mit "Hallo" und "Tschüs" zu grüßen. Nun gut, die Bayern denken dabei wohl eher an einen möglichen Verlust gewohnter Begrifflichkeiten. Was würde das für uns bedeuten? Wohl kaum Veränderung. Schüler-Lehrer-Verbindungen scheinen intakt, sodass ein eher vertrauliches "Hallo" bei uns sicherlich nicht Respektlosigkeit bedeutet. Allerdings sollte der Rahmen gewahrt bleiben, unserem Schulleiter darf man schon ein freundliches "Guten Tag" auf den Weg geben. Oder mal aus dem Weg gehen. Manchmal hat man ja an unserer Schule das Gefühl, es mangelt an Sitzmöbeln. Da könnte das "Hallo" dann auch mal mit einem Fragezeichen verstanden werden.
Machen wir erst einmal Ferien. Vielleicht wird es auch wieder mal wärmer.
Manch in die Schule Radelnde oder mit dem Auto Fahrende dürfte gestern nicht schlecht gestaunt haben, das Ordnungsamt hatte in der Mehringstraße seine Lasermessanlage in Stellung gebracht, um die Geschwindigkeit zu messen. Gutes Ansinnen, allerdings fährt doch um diese Zeit kein Mensch schneller als 20 km/h, außer vielleicht der ein oder andere Zuspätkommende auf seinem Fahrrad. Der wird aber nicht gemessen. Nun hatten sich die Herren so gut versteckt, dass man sie eigentlich nicht entdecken sollte, oder doch? So konnten sie jedenfalls dem Neugierigen ihren Plan erklären: Präsenz zeigen. Klasse Idee, wenn man sie eigentlich nicht sehen sollte.
Aber mal Spaß beiseite, wenn es hilft, unsere Straßen vor der Schule sicherer zu machen, dann ist das schon eine gute Sache. Das nächste Mal möchte ich aber gern dabei sein. Die Polizei lädt doch auch zu Schuljahresbeginn immer Schüler ein, Verkehrssünder vor ihrer Schule sofort zur Rede zu stellen und verbal abzustrafen. Das würde ich auch gern mal machen.
Der Wahnsinn hat uns wieder: Winterlagerzeit. Schnee in Massen für die Siebt- und Neunklässler samt fachkundigem Personal, gut, das haben sie sich verdient. Den Hiergebliebenen beschert das allerdings ellenlange Vertretungspläne, Unterricht bei fremdelnden Lehrern, die auch nicht immer ganz wissen, was sie tun, die davongefahrenen Kollegen haben sich vor ihrer Abreise schon allzu sehr mit dem weißen Element beschäftigt, anstatt auch ein paar Hinweise zu hinterlassen, was man mit dem Rest der Schule anfangen soll. Der Schüler mag´s verzeihen, wir sind ja in solchen Sachen erfahren genug, und da uns die Evaluation gerade bescheinigt hat, eine Bildungseinrichtung mit ausgeprägtem Engagement zu sein, ist das kein größeres Ding. Meint man.
Also, was bleibt, man haut sich mit der gerade frisch erschienenen Schülerzeitung auf das Kanapee und genießt den Feierabend. Doch weit kommt man damit nicht. Schon die erste Seite vermiest einem den Abend: Mal wieder Sodexo. Diese unsere Schülerspeisungsfirma hat es aber bei ihren Kunden auch nicht leicht. Eine Kundenzufriedenheitsstudie darf die Leipziger Firma nicht in Auftrag geben, das wäre der sichere Ruin. Auf der anderen Seite habe ich noch nie einen Speiseteilnehmer gesehen, der dem freundlichen Personal seine Meinung mal offen ins Gesicht gesagt hat. Es sollen auch schon Außerirdische gesichtet worden sein, die sich Nachschlag geholt und es überlebt haben. Ich weiß nicht, was unsere verwöhnten Bewohner zu Hause so bekommen.
Was tut sich sonst noch bei den Querdenkern? Eine dreiseitige Dokumentation über das lo-net. Na, das hat mir dann logischerweise völlig den Abend verdorben. Nur soviel, auch wenn das mal ein Artikel auf journalistischem Level war, einigermaßen gut recherchiert und zum Teil auch polemisch, auch das Nutzer-Problem (Lehrer!) gut thematisiert, eine solche pauschale Abwatschung hat das lo-net einfach nicht verdient. Der Betreiber - allein an kommerziellen Dingen interessiert? Und was ist mit Schulbüchern? Warum benutzen wir gerade die von Klett und Cornelsen, und keine anderen? Taschenrechner, gibt´s keine billigeren? Hier bekomme ich etwas kostenlos und rege mich auch noch darüber auf.
Ein Gros der befragten Schüler hat bei der Evaluation angegeben, dass unsere Schule deutliche Defizite in der Schüler-Lehrer-Kommunikation hat. Richtig. Und wie löst man das Problem? Sicherlich nicht allein durch Online-Plattformen, aber ein Mittel zum Zweck wäre es schon. Globalisierung, Vernetzung - all das sind Begriffe des 21.Jahrhunderts. Nur unsere Schule bekommt das irgendwie nicht hin. Außer, ich gehe auf facebook. Und poste mal schnell, dass ich mal kurz weg bin.
Auch Hilde wünscht allen RHS-Bewohnern ein gesundes und erfolgreiches 2012.
Und wir warten mit Neuerungen auf. Ab sofort herrschen bei uns klare Regeln: Wer nicht pünktlich da ist, steht vor verschlossenen Türen, muss klingeln und bekommt eine Strafaufgabe: im Herbst die Blätter zusammenfegen, im Winter den Schnee. Irgendetwas findet sich immer. Wer sein Sportzeug vergisst, hilft während der Sportstunde dem Hausmeister. Nach drei Verspätungen bekommen die Eltern Post. Fehlt ein Schüler ohne bekannten Grund, werden diese direkt angerufen. Kaugummis, Handys und Mützen auf dem Kopf sind im Unterricht verboten.
Es ist schon manchmal wundersam, was in den Köpfen unserer Schüler so vor sich geht. Aus welchen Gründen auch immer hatte sich der Speiseraum nach dem ersten Advent verändert: größer, geräumiger, schon an der Akustik allein merkte man, das etwas anders war. Die Wand zur Aula war geöffnet und machte den Speiseraum endlich zu dem, was er immer schon sein wollte: ein Speisesaal. Ein Schüler kommentierte das Ambiente: "Irgendwie surreal". Ich sag´ ja, manchmal kannst du in die Köpfe nicht hineinschauen.
Ich bin die Tage (was für ein Deutsch) mal wieder durch mein Zuhause gewandelt, man hat ja ab und zu auch mal Zeit, etwas Muse, mal hier und da einfach nur zu schauen.
Und da ist mir aufgefallen, dass wir doch ein ziemlich cooles Schulhaus haben. Nicht, dass das jetzt was Neues ist, haben wir ja nun schon das (verflixte) siebente Jahr, ich meine nicht die Architektur. Sondern das Schulhaus an sich. Da gibt es Wände über Wände, die dank feuerwehrtechnischer Vorschriften glücklicherweise nicht mit Schließfächern zugestellt sind, sondern einfach nur Wand sein dürfen. Mal werden sie beleuchtet, mal bilden sie einen fast umheimlich wirkenden dunklen Gang. Und manchmal werden sie auch behangen, mit einem Kunstwerk. Dieses hängt dann so, zum Teil neben einem anderen, zum Teil auch ganz allein, mehr oder weniger beachtet, und fristet so sein unverdientes Schattendasein. Manchmal werden sie aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt, wenn die Gänge mal wieder zu eng werden und der durch die Schule Hastende direkt mit der Kunst konfrontiert wird, deshalb hängt das ein oder andere eben auch schief. Aber sie bleiben standhaft. Gut so.
Es ist vollbracht! Wenn auch für den einen fast unbemerkt, haben wir die Evaluation hinter uns gebracht. Drei Tage wandelten die Gäste durch unsere heiligen Hallen, ließen sich alles zeigen, öffneten diverse Türen überraschend selbst oder standen vor manch verschlossener, warum auch immer. Am Ende zufriedene Gesichter allerorts, warten wir nun ab, was das umfangreiche Papier der Kommission als nachträgliches Weihnachtsgeschenk im Januar bringen mag.
Aber Obacht: Nach der Evaluation ist vor der Evaluation.
Die Medizinstudenten an der Uni Leipzig haben neben ihren berühmt-berüchtigten Partys, die wir natürlich nicht übernehmen können, etwas, worüber es sich wirklich lohnt, nachzudenken: den Erklärbär. Der erklärt den Studenten so manches, was sie noch nicht verstehen, verstanden haben oder nicht verstehen wollen. Den kann man alles fragen, meistens weiß er, da er sich hauptsächlich von Lehrbüchern ernährt, eben auch eine Antwort.
So eine Spezies sollten wir uns auch zulegen. Einmal in der Woche könnte er unseren Schülern Rede und Antwort stehen, z.B. zu solch gravierenden Fragen wie "Darf ich im Unterricht mit meinem Smartphone kommunizieren?" oder "Muss ich mich im fächerverbindenden Unterricht langweilen?", "Warum darf ich eigentlich das Schulgelände nicht verlassen, ich bin doch schon 16." oder "Kann mir ein Lehrer meinen völkerrechtlich verbrieften Besuch der Toilette während des Unterrichts mit der Aussage verweigern, dass doch eigentlich die Pause dafür da ist?".
Da hätte er ganz schön zu tun, unser Erklärbär. Aber vielleicht hätte er auch nach einer gewissen Zeit keine Lust mehr auf das Frage-Antwort-Spiel und würde sich lieber einen dicken Bauch anfressen und in den Winterschlaf legen. Hört ihm ja eh´ keiner zu.
Ich werd´ mal bissl philosophisch, vielleicht sogar etwas wunderlich. Aber ich bin ja ein Geist, ich darf das.
Ist das Pflaster auf dem Schulhof eigentlich gerade oder ist das irgendwie schief? Wenn ich oben aus dem Fenster schaue, stimmt meine Optik nicht. Klar, ich könnte meinen Kopf anders drehen, aber will ich das?
Ich weiß, das Thema ist abgedroschen, wir haben es auch schon diskutiert, der Spiegel hat in seiner letzten Ausgabe sogar "Der Straßenkampf - Rüpel-Republik Deutschland" getitelt.
Gemeint ist der alltägliche Wahnsinn zwischen denen, die am Lenkrad sitzend durch die Welt steuern, und denen, die auf zwei Rädern ihr Ziel suchen.
Okay, nun sind wir nicht Berlin, Frankfurt oder München, die Probleme allerdings gleichen sich: Anstatt miteinander, geht es eher gegeneinander. "Lieber fährt man frontal auf den Gegner zu, als die eigene Vorfahrt aufzugeben."
Erstaunlicherweise funktioniert das im ampelgesteuerten Verkehrsraum rund um die Koburger Straße noch relativ gesittet, wäre wohl auch selbstmörderisch, dort den starken Max zu riskieren. Je mehr man sich aber der Schule nähert, scheinen alle erlernten Kenntnisse der Fahrradschule vergessen: Rechts vor links? Kenn´ ich nicht. Rechts fahren? Ich doch nicht, nur in breiter Masse sind wir stark. Vorfahrt? Wieso, ich komme doch aus dem Kees´schen Park.
Lange ging es gut, nun haben wir den ersten "Ich-habe-mal-eine-Motorhaube-getestet"-Verletzten. Es muss nicht mehr passieren.
Da geht doch glatt die Welt unter. Nicht wegen irgendwelcher ominöser Unwetterwarnungen, nööö, schon ganz banaler Dinge wegen kommt Unruhe in die schulische Ordnung. Der Vertretungsplan funktioniert nicht.
Entweder verscherzt einem eine leere Vorschauseite das Wochenende oder Hieroglyphen versperren einem den Blick auf den nächsten Unterrichtstag. Da rotiert die mediale Welt aber: Auf Facebook wird darüber debattiert, ob der Unterricht ganz ausfällt. Bei denjenigen, die einen glücklichen Moment erwischen, öffnet sich gar eine pdf-Datei mit (Überraschung) der Aussicht, dass alles so bleibt wie immer.
Die Gründe für dieses Wirrwarr liegen im Daten-Nirvana zwischen Mehringstraße und dem großen World Wide Web. Und wer kann / will da schon reinschauen?
Und täglich grüsst das Murmeltier. Aber heute mit der richtigen Formel: Hitzefrei. Erstaunlich, dass es das schon nach dem zweiten Block gab. Nun gut, es war wohl der letzte heiße Tag des Jahres. Noch einmal Zeit, den Sommer so richtig zu genießen.
Und am Montag fangen wir dann endlich mit der Schule an. Aber so was von!
Man wundert sich doch immer wieder neu. Hatten alle die letzten Tage nach einem "Hitzefrei" gelechzt, um sich am Ende doch schwitzend durch die Gänge und Zimmer schleppen zu müssen, wurden sie heute erhört. Nur von wem? Die Nachricht kam unverhofft. Nicht auf Grund subtropischer Temperaturen gab es "Unterrichtsfrei", sondern wegen drohender Unwettergebilden. Die Schüler wurden darüber belehrt, auf schnellstem Wege das elterliche Zuhause aufzusuchen, nicht den Weg zum Cospudener See zu nehmen, stattdessen dafür zu sorgen, dass zu Hause alle Fenster verschlossen sind und die Pumpen bereitstehen. Nur warum? Katastrophenübung mal anders?
Die Wetterkarten und Strömungsfilme zeigen für heute in ganz Europa keine Gewitterfronten. Schönstes Sommerwetter überall.
Kaum zu glauben, dass der gemeine Schüler am frühen Nachmittag immer noch im abgedunkelten Zuhause ausharrte, was da wohl noch so kommen möge.
Man muss den Sportlehrern unserer Schule mal ein Riesen Kompliment machen. Diesen Sporttag unter diesen Bedingungen so durchzuziehen, verdient schon Respekt. Auch wenn wie nicht anders zu erwarten die Telefone des Sekretariats am Morgen nicht stillstanden, ob das Sportfest nun ausfällt oder nicht - sie zogen gnadenlos durch. Und keiner der Beteiligten murrte. Alles klappte wie am Schnürchen und wo man hinschaute, sah man nur zufriedene Gesichter. Ob in der Sprunggrube, am Cospudener See oder in der Sporthalle.
Besonders hervorheben muss man das Engagement der Streckenposten beim Kombilon. Was die eingesetzten 11er dort beim Streckenfunk vor allem verbal leisteten, ist grammyverdächtig. Gib´ einem Fasterwachsenen ein Walkie-Talkie in die Hand und der Tag ist gerettet. Bis die Batterien leer waren. Und bis die Startnummer 142 im Ziel war.
Na, da hoffen wir mal, dass der heutige Sporttag nicht zu den Markkleeberger Schwimmmeisterschaften wird. Ist ja alles ziemlich eng am Wasser gebaut: Kombilon um den See, Inlinern um den See und Paddeln auf dem See. Und dann auch noch das Nass von oben. Eine Schlecht-Wetter-Variante gibt es nicht, also kann es nur heißen: Augen zu und durch. Das dürfte dem gemeinen Schüler nicht gefallen: Wenn´s zu heiß ist, ist´s nicht gut, bei Regen den See zu umkreisen - na, man kann sich auch Besseres vorstellen.
Obwohl der Kachelmann nun schon seit einem Monat wieder auf freiem Fuß ist, besser ist es mit dem Wetter auch nicht geworden. Aber wer ahnt denn auch schon im September, dass es im Juli regnen wird?
Was mir derzeit mörderisch auf den Geist geht, ist diese "Wir-sind-schon-in-den-Ferien"-Stimmung. Angesichts der Hitze, so was soll´s um diese Jahreszeit wohl öfters geben, kann man ja den ein oder anderen Gedanken an den nahegelegenen Cosi schon mal verstehen. Allerdings ist darunter mit Sicherheit auch der ein oder andere, der in der 7.Klasse, als es ins Schwimmlager ging, eine Sportbefreiung hatte. Ich hab´ kein Problem damit, wenn´s Hitzefrei gibt. Zumal an einem solchen Tag wie heute, wo man die Krankenwagen vor der Schule schon fast stapeln musste. Aber vielleicht macht ein Nachdenken darüber, wie man die letzten drei Wochen sinnvoll gestalten kann, mehr Sinn, als genervte Lehrer, die das Flehen der Schüler nicht mehr aushalten und stattdessen lieber zu "Belantis" fahren, um sich für 17,90 € in der Achterbahn den Magen umdrehen zu lassen. Nur kühler ist es dort auch nicht.
Da hatten unsere Zwölfer doch gestern gleich vorgesorgt. Wenn´s was in Mengen gab, dann Wasser. Soll man ja auch genügend zu sich nehmen. Und wer das nicht wollte, wurde mit einer schicken Tüte bedacht. Ein Pluspunkt für so viel Weitsicht, nach den Erfahrungen der letzten Jahre war das wohl auch bitter nötig. Nächster Bonuspunkt: Die Verpflegung. Dank einer großen deutschen Bank gab´s Gummibärchen kistenweise, schon sinnvoller, als das Geld auf die Akropolis zu schicken. Ich denke, wir können in Zukunft auf alle Prophylaxe durch unsere Schulzahnärztin verzichten, die Elternbriefe mit dem Hinweis auf kariesbedingte Weiterbehandlung kann auch ich ausstellen. Und es gab nicht nur Brot, nein, es gab auch Spiele, und richtig durchdachte, liebevoll vorbereitete. Auf so eine Idee, wie mit der Verfolgungsjagd auf den Bobby Cars, muss man erst mal kommen. Unfair aber, dass Lady Gaga und Sylvie van der Vaart nur drei Sekunden Vorsprung hatten, so langsam ist selbst die Polizei nicht. Insgesamt großes Kompliment für die Organisatoren, die sich auch von dem ein oder anderen bierbüchselnden "Huuuurrrraaaa, isssccccshhhh haaabbb meeeiiinnn Abbbiiii"-Tralalla nicht beeindrucken ließen.
Das Highlight des gestrigen Tages war aber sicherlich die kurze Rede unseres Schulleiters. Etwas überrascht über seine Rolle im Abspann des diesjährigen Abi-Gags war er sich der Tragweite seiner Worte wohl nicht so ganz bewusst. Er verkündete eben nicht das von allen erwartete (und am Ende ja auch nachvollziehbare) "Hitzefrei", nein, seine Worte waren viel weitreichender gewählt: "Ihr seid Hildebrandianer" - das muss man erst mal setzen lassen. Hilde ist jedenfalls beeindruckt.
Ein Schüleraustausch verändert angeblich Lebenswege. Der RHS-Schüler kann auf seinem Pfad hin zum Abitur einige dieser Lebenswegveränderungsstationen passieren, muss er aber nicht. Mit Etampes, Morestel oder wie zuletzt Epe, gibt es eine kleine, aber feine Auswahl.
Einen Gastschüler zu haben, bedeutet Stress zu haben, wie mit einem Tamagotchi, jenem legendären virtuellen Küken der 90er Jahre, das man betutteln und bemutteln musste. Gut, als Lohn dafür bekommt man eventuell auch im Partnerland etwas Zuwendung.
So weit, so gut. Nur Schlafen, Essen, Trinken und Zuneigung allein machen noch keinen guten und vor allem sinnvollen Schüleraustausch aus. Dafür sorgen dann die Lehrer, die mit allerlei Aktivitäten versuchen, die Horizonte ihrer "Küken" zu erweitern, ob sie es wollen oder nicht. Reines Entertainment würde eigentlich reichen, da der Aufnahmegrad durch die nächtlichen Erlebnisse stark eingeschränkt ist, eigentlich würde es auch reichen, sich einfach an den Cosi zu legen und vom Schüleraustausch zu träumen. Wozu in den Tagebau rennen, Stadtführungen organisieren, Diskussionen führen - ein Austausch könnte doch eigentlich so relaxt ablaufen.
Ein Schüleraustausch verändert Lebenswege, fragt sich nur, in welche Richtung.
Böses Erwachen gestern für diverse Fahrradfahrer: Tatütata, die Polizei steht da. Wurde ja auch höchste Zeit, dass das ein oder andere Rad mal wieder den weiß-grünen TÜV sah. Nebenbei gab´s noch eine schöne Ausrede für´s eventuelle Zuspätkommen, die Staatsmacht hält einen ja nicht jeden Tag auf. Clevererweise hatten die Ordnungshüter auch ihre Strategie den Umständen angepasst: Nachdem sich ja in den letzten Jahren mit Hilfe der modernen Kommunikationsmittel relativ schnell herumgesprochen hatte, wo die Kontrolleure stehen und der ein oder andere entsprechend der Gewitter-Belehrung sein Fahrrad vorsorglich in der Versenkung verschwinden ließ, glänzte man in diesem Jahr überraschenderweise mit zwei Kontrollstellen: Ein Entrinnen unmöglich. Wieviele Ermahnungen ausgesprochen wurden, ist nicht bekannt, wohl auch uninteressant, da eh´ wirkungslos.
Wir brauchen eine Ethikkommission. Oder gleich einen Ethikrat. Unbedingt. Das hat zurzeit jeder: die Bundesregierung, die Bundesministerien, Universitäten, die Ärzte, sogar die FIFA hat einen. Voll im Trend. Wozu? "Zur Verbesserung unserer öffentlichen Wahrnehmung" oder als "Orientierungshelfer", würde Erwin Pelzig sagen. Aber wir sind ja nicht die "Anstalt", obwohl "Neues aus der Anstalt" wäre schon mal gut.
Hilde in der Sinnkrise? Nun ja, wenn man sich alterstechnisch der Halbzeit nähert, kann das schon mal passieren. Man fragt sich so vieles. Zum Beispiel: Hat das Schulhauspersonal noch Lust, wenn ja, wozu? Gibt es eigentlich noch eine Hausordnung, die ernst genommen wird, wenn ja, warum? Muss das Schulessen immer so heiß sein, wenn ja, weshalb? Muss jeder seinen Müll einfach fallen lassen, wenn ja, wieso? Und und und. Eine Menge Arbeit für so eine Kommission.
Und noch mehr: Zur Zeit fehlt das Visionäre. Wohin geht es? Ein Pädagogischer Tag hätte es bringen können, aber der fällt ja nun aus. Die letzten Mohikaner, die an Visionen noch glauben, sitzen im Trialog beieinander. Und das schon seit zwei Jahren. Allerdings: Weiße Rauchzeichen sind in Sicht. Es muss sie nur jemand auch sehen wollen.
Manche mögen es ja für einen Aprilscherz gehalten haben, die KLL unbedingt an einem 1.April abgeben zu müssen. Anders sind die Fehlstunden in der letzten Woche sowie die Fragen nach Verlängerung nicht zu verstehen.
Wenn man mal bedenkt, dass die Aufgabenstellung nach dem fächerverbindenden Unterricht im Oktober erfolgte, man sich als Zehntklässler irgendwann im kalten Februar daran erinnerte, dass Anfang April etwas fällig ist, im März die Arbeit begann, spricht das für eine optimale Arbeitsaufteilung. Allerdings muss das Produkt dann auch termingerecht abgegeben werden, sonst nutzt alles Geplane nichts.
Problematischer als das Gefeilsche der Schüler erscheint mir jedoch die Tatsache, dass der ein oder andere Lehrer sich darauf einlässt und eine Verlängerung gewährt.
Als Hilde hat man derzeit über Abwechlsung wahrlich nicht zu klagen, über mangelnde Beachtung, und vor allem Bewachung, schon erst recht nicht.
Der Besuch des US-Botschafters hat unsere Schule ja regelrecht geadelt. Sollte es mal irgendwann passieren, dass Lehrer Autogramme geben müssen, wissen wir, wem sie das zu verdanken haben. Allerdings ein kleiner Makel bleibt, und der ist der Hilde natürlich nicht entgangen: Mr. Murphy schwärmt für den falschen Fussballclub. Gut, dafür kann er nichts. Immerhin steht die US-Botschaft nun mal in Berlin. Aber derzeit ist Frühling, und da sind doch ganz andere Farben angesagt ...
Der ein oder andere dachte wohl schon, nun hat sich´s ausgehildet, aber nööö, ich bin noch da. Allerdings mit großen Bauchschmerzen. Denn das, was da in den letzten Tagen so abging, lässt logischerweise einen Geist überhaupt nicht ruhig. Wenn einer nerven darf, dann ja wohl ich.
Man kann in die Köpfe nicht hineinschauen und daher auch kaum nachvollziehen, was in jemandem vor sich geht, der Zettel verteilt und damit Schüler, Eltern, Lehrer und auch Anwohner nicht unbedingt ruhiger schlafen lässt. Für einen Spaß ist es zu ernst, einen "Tag der offenen Tür" sowie zwei weitere Unterrichtstage zu boykottieren, dazu gehört schon eine ganze Menge, mit Ängsten zu spielen, ist kaum zu toppen. Wird Zeit, dass die Polizei Ergebnisse präsentieren kann.
Anderes Problem: Wie gehen wir damit um? Besorgte Eltern, unruhige Schüler, die Sorgen muss man erst einmal kanalisieren. In den letzten Tagen wurde oft von Informationsdefiziten gesprochen. Zu spärlich seien die Hinweise geflossen, keine klaren Aussagen gekommen. Klar, wir leben in einer medialen Welt, in der in kürzester Zeit News transportiert werden können. Allerdings, was tun, wenn es nichts zu berichten gibt. Halbwissen ist manchmal gefährlicher. Die Ansagen kamen zeitnah. Und wie sagte Altkanzler Schmidt heute (wenn auch mit Blick auf Japan) so treffend: Es ist wichtig, vermeidbare Panik zu vermeiden. Das haben die Schule, der Krisenstab getan und dabei auch ganz pragmatische Hilfe gegeben, z.B. auf die Frage, ob die Schule das verloren gegangene Essengeld zurückzahlt. Manche können Probleme haben ...
Unser Verteidigungsminister hat sich bei seinen Fußnoten etwas vertan, nun gut, der Mann hat auch wahrlich anderes zu tun, als sich um seine Primär- und Sekundärquellen zu kümmern.
Was hat das mit uns zu tun? Es droht Gefahr, denn sollte das Schule machen, haben wir ein Problem: Im "wikipedia"-Zeitalter liegt das Arbeiten mit fremden Quellen nahe und nicht immer kann sich der User am Ende daran erinnern, wo er die Informationen eigentlich gelesen hat. Darf er, wenn er erwischt wurde, dann auch einfach mal kurzzeitig auf seinen Titel "Schüler" verzichten? Begründen könnte er diese Haltung mit den etwas abgewandelten Worten Guttenbergs: "Ich möchte mich den Herausforderungen weiter stellen. Die Menschen in diesem Lande erwarten, dass ich mich um das fordernde Amt des Schülers mit voller Kraft kümmere, und das kann ich auch."
Vorbildwirkung sieht irgendwie anders aus.
Hilde hat eine Antwort auf die Frage, was denn nun an der Pflanze vor der Aula so Besonderes ist, bekommen: "Diese Pflanzenart heißt MONSTERA!!! Wundert es dich da noch, dass Schüler sie so sehr lieben? Die Monstera ist das Heiligtum aller kleinen Monster. ;)". Hmm, nunja, kann ich so akzeptieren. Aber ich denke trotzdem, da muss mehr dahinter stecken.
Ansonsten: Endlich Winterferien. Wurde ja auch Zeit angesichts der vielen triefenden Nasen in den letzten Wochen. Bei dem ein oder anderen mag die Halbjahresinformation ihr Übriges dazu beigetragen haben, den demolierten Gesundheitszustand zu konservieren. Schon eigenartig, wenn nach der letzten Stunde Schüler aus dem Schulgebäude kommen und sich lautstark ihrer ersten 4 auf dem Zeugnis erfreuen. Irgendwie läuft da was falsch. Mal 14 Tage Zeit, einen klaren Kopf zu bekommen.
So langsam habe ich in meinem eigenen Zuhause Angst. Gestern schockte ein schwarzes Ungebilde im Foyer der Aula. Zunächst sah alles nach einem Physikexperiment aus, der freie Raum bietet sich ja zu allerlei Spielereien an. Allerdings war große Pause und die haben die Lehrer ja irgendwie auch. Also musste das Silverlit 85612 - R/C X-Space U von anderer fremder Hand gesteuert sein. Und siehe da, was die Schüler nicht alles haben. Reichen alle Handyspiele nicht mehr aus, jetzt bringen sie sogar ihr Spielzeug mit in die Schule. Fehlt nur noch die Carrera Autorennbahn.
Etwas anderes macht mich schon seit Wochen ganz wuschig. Kann mir jemand verraten, was es mit dieser Pflanze auf sich hat?
Besitzt sie magische Kräfte? Ist sie ein Heiligtum? Sollte man einmal in seinem Leben zu dieser Laune der Natur gepilgert sein? Sie unbedingt berührt haben? Oder warum bekommt sie sonst soviel Aufmerksamkeit unserer vor allem jüngeren Schüler? Ich warte dringend auf eine Eingebung.
Die Frage aller Fragen derzeit: Heizung an und Fenster zu, oder Heizung aus und Fenster auf, oder Heizung an und Fenster auf? Derjenige, der zu Beginn des Schuljahres schon in weiser Voraussicht den Platz am Fenster ergattert hat, besitzt nicht nur die beste Aussicht, neee, er darf sich auch Mann oder Frau über die Temperaturen nennen. Ist es zu kalt - Heizung an, ist es zu warm - Fenster auf. Schwierig für die, die im wahrsten Sinne des Wortes in der zweiten und dritten Reihe sitzen, denen bleibt nur ein ständiger Wechsel der Oberbekleidung und somit ständige Bewegung. Die Sportlehrer wird´s freuen.
Apropos: Sie hat es wirklich nicht leicht, die Laterne auf dem Weg vom A-Gebäude zur Sporthalle. Irgendjemand kann sie einfach nicht leiden ...
Unsere Schüler sind kommunikationsmäßig gesehen auf dem neusten Stand, kennen ihre Netzwerke und sind damit von der ganz fixen Sorte: Dank Schüler-VZ, Facebook und ihren Schwestern sind Informationen von A nach B geschnellt, da kommt nicht mal ein Bus von M(arkkleeberg) nach M(ittenwald) hinterher. Bevor der Bus eine Panne hat und irgendwie in Brand gerät, ist die Message schon unterwegs. Wahnsinn. Was man dann draus macht, ist eine ganz andere Geschichte. Folgt man den Gerüchten, dürfte der Bus nie angekommen und die Schüler nie eine Piste gesehen haben.
So viel Informationsvielfalt hat seinen Preis. Was unsere User dabei nämlich verlernen, ist das Pflegen ganz normaler, wenn auch damit biederer Kommunikationsverfahren. Sag´ mal einem Sechstklässler in ganz einfachem Deutsch, dass die Schule kein Indoor-Spielplatz ist und Fangen nicht auf der Stundentafel steht. Die Antwort darauf erscheint logisch: Ich bin´s nicht. Wie wahr, er hat das Spiel verstanden und düst nach mehreren verstohlenen Blicken, ob das "Hallenpersonal" noch up to date ist, um die nächste Ecke. Sollte in diesem Augenblick gerade eine der Türen aufgehen, hat er ganz schlechte Karten. Macht aber nichts, ehe irgendjemand reagieren kann, weiß die Welt schon davon.
Gesundes Neues! Dieser Wunsch schien den Bewohnern des RHS-Iglos am ersten Schultag nach den Ferien nur mit klappernden Zähnen über die Lippen zu kommen. Was für eine Kälte in unseren heiligen vier Wänden. Dass die Heizungen nicht sinnloserweise zwischen den Jahren (wer hat eigentlich diese Wendung erfunden?) laufen müssen, leuchtet ein. Aber dass Körperwärme ausreichen muss, um etwas anheimelnde Stimmung in die klammen Zimmer zu bringen, weniger. Da machte es sich doch bezahlt, wenn man zeitig genug in der Schule war, um einen der "heiß begehrten" Fensterplätze zu ergattern. Gegen Mittag waren dann fast alle in einem aufgetauten Zustand. Auch geistig.
Trotzdem, gesundes 2011, aber Vorsicht, die Winterlager stehen bevor.
Endlich Ferien. Genug der morgendlichen Entscheidungen, quäle ich mich aus dem Bett oder fährt der Bus eh´ nicht. Genug der seit Wochen andauernden Weihnachtsstunden, bei denen einem schon fast wieder die Lust auf Weihnachten vergeht. Endlich Ferien, endlich Ruhe.
Die Schulleitung hatte es unseren Schülern am letzten Schultag relativ leicht gemacht, Unterricht bis zur vierten (für die 5. - 8.Klassen war dabei sogar noch eine Loriot-Stunde inclusive des Klassikers "Wie baue ich mir ein Atomkraftwerk?"), Klassenleiterstunde und anschließendes gemeinsames Weihnachtsliedersingen. Soweit der Plan, der bis zu den KL-Stunden auch ganz gut funktionierte, dann aber wieder eine Frage der Entscheidungen wurde: Fährt mein Bus auch noch eine Stunde später, geh´ ich nach Hause oder honoriere ich auch mal die Leistungen unserer Choristen und höre mir Besinnliches zum Fest an. Vielen war allein das Nachdenken über diese Frage zu viel, sie gingen einfach. Manch einer fragte sich wenigstens noch, vielleicht des Gewissens wegen, ist das eine Pflichtveranstaltung oder nicht, und blieb wenigstens noch drei Lieder lang.
Es ist jedes Jahr das gleiche Dilemma. Früher ging´s für alle in die Kirche, geschadet hat das keinem. Sollen alle wieder rausgekommen sein. Heute muss ich das für mich selbst entscheiden. Und da auch kein Druck in Persona einer aufsichtsführenden Lehrerperson droht, steht die Tür eben ganz weit offen. Besinnlichkeit vor Weihnachten sieht irgendwie anders aus. Frohe Weihnachten.
Vorweihnachtszeit ist eine besinnliche Zeit. Da kehrt Ruhe ein. Davon künden nicht nur die zwei liebevoll geschmückten Weihnachtsbäume in unserer Schule. Sondern sicherlich auch die Festlegung, dass unsere manchmal hyperaktiven Fünft- und Sechsklässler ihre Gemüter nicht mehr auf der Hofpause kühlen dürfen. Schnee und Hofpause gehen irgendwie nicht zusammen. Nun erklär´ mal einem Fünftklässler, dass er die weiße Pracht zwar optisch genießen, aber nicht anfassen darf. Die Lehrer, die auf ihrem Aufsichtsplan eine Außenaufsicht stehen haben, können ein Lied davon singen. Da springt einen das Unverständnis aus den Augen regelrecht an. Unerklärlicherweise, ist ja Vorweihnachtszeit, und das ist nun mal eine ...
Hilde ist schwer beeindruckt: Schneechaos rund um Markkleeberg, den RHS-Schüler scheint´s nicht zu stören. Der gemeine RHS´ler nutzt die elternliche Fahrgelegenheit, bequem und warm bis (fast) in die Schule. Stau und Zuspätkommen vorprogrammiert. Aber darüber rege ich mich ja nicht mehr auf. Mehr Pluspunkte sammelt da schon der einsame Langläufer, der sein Fortbewegungsmittel in die Schule trägt. Warum eigentlich, wenigstens den Zielhang könnte man doch mitnehmen. Bringt noch einmal wichtige Sekunden. Oder die drei Mädchen, die einfach ihren schweren Schulranzen auf dem Schlitten in die Schule mehr zerren als ziehen. Ökologisch wertvoll. Den Orden des Tages bekommt aber eine Schülerin aus Störmthal. Ein Ort, verschlafen und vergessen vom Winterdienst. Was soll´s? "Resi, i hol´ di mit dem Traktor ab!" - und das gleich bis nach Markkleeberg. Dieses väterliche Engagement wäre eine Ehrenrunde auf dem Schulhof wert gewesen, hätte wahrscheinlich auch das Verkehrschaos in der Mehringstraße schlagartig gelöst.
Die Wurstpiraten kommen. Da machen sich die Eltern einen Kopf darum, wie sich ihre Kinder am besten in der Schule ernähren können, krempeln mit Sodexo den Speiseplan um, bekämpfen den Süßwarenautomaten und dann kommt dieser Wurstpirat samt Notstromaggregat und durchkreuzt alle gesunden Ernährungsstrategien.
Nun gut, gegen die Straße kann man wenig machen, bliebe nur, den Würstchenverkäufer zu boykottieren, was auf Grund der Hausordnung nicht allzu schwer sein dürfte.
Allerdings wäre es mal höchste Zeit, generell über die Nahrungsaufnahmegewohnheiten unserer Schüler nachzudenken. Wasserflaschen im Unterricht okay, kann man sich dran gewöhnen, wissenschaftliche Untersuchungen belegen die mangelnde Flüssigkeitsversorgung, es gibt sogar eine Homepage "Trinken im Unterricht", Betreiber der Seite ist der Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V. (VDM). Relativiert das Ganze vielleicht etwas.
Nicht jedem schmeckt das geschmacklose Nass, warum also nicht auch Kaffee u.ä.? Und damit es sich auch richtig lohnt, gibt´s noch was zum Knabbern dazu. Der Unterricht verkommt dabei zum bloßen Entertainment, kann man auch abschalten, falls es zu laut wird.
Gut, etwas übertrieben das Ganze, aber vielleicht pegelt man sich mal wieder auf das Normale ein. Was übrigens dem Lehrkörper auch ganz gut stehen würde. Lässt sich schlecht argumentieren, mit der Kaffeetasse in der Hand ...
Die Gestaltung des Pausenhofes bleibt ein Rätsel. Wir sind eine moderne Schule, dazu gehört natürlich auch moderne Kunst. Die Gestelle bilden gerade am Abend eine tolle Kulisse für Lichtspiele, alle zwei Jahre lebt das Hildebrandfest auch davon. Bei Lichte besehen wirken sie aber irgendwie zweckentfremdet. In den Oktoberferien wurde intensiv an Verschönerungsarbeiten rund um die Rondelle gearbeitet, ihre eigentliche Funktion wurde dadurch aber auch nicht klarer. Man könnte vermuten, dass da noch irgendetwas rein muss. Aber was und vor allem wie?
Noch im 19.Jahrhundert war die Festsetzung von Gymnasiasten durch die Schule in sogenannten Karzern (v. lat.: carcer = Umfriedung, Kerker) legitim. Es soll noch Schulen geben, in denen sich Schülerinnen und Schüler dort aufhalten können, wenn sie Freistunden haben oder aus gesundheitlichen Gründen abgeholt werden müssen. Ebenso, wenn sie durch Verspätungen nicht mehr in den Unterricht hereingelassen werden. Das wäre doch mal was.
Hilde ist etwas entnervt. Die Zahlen stimmen nicht.
Die Zugriffe auf die Homepage steigen stetig, bei den meisten ist jedoch beim Vertretungsplan schon Schluss. Leider. Auch wenn der Plan in der Rankingliste nur Platz 3 belegt, hier steigen viele ein und auch gleich wieder aus. Dabei bietet die Homepage viel mehr als die bloße Information darüber, was morgen ausfällt und was nicht.
Ich werde den Plan einfach jeden Tag woanders platzieren, ist dann bissl wie Ostern und Weihnachten zusammen, aber das eben jeden Tag. Mal sehen, was passiert.
Oder ihr schreibt mit einfach mal ins Hilde-Forum, was anders laufen könnte, müsste, sollte ...
Mittwoch, 20.10.2010
Morg´n, mich gibt´s noch. Nachdem mein virtuelles Zuhause gründlich renoviert wurde, kann ich mich endlich wieder einrichten und heimisch fühlen.
Irgendwie so ähnlich muss es auch einem Großteil unserer Schüler gehen, die nach den Ferien gleich nonstop in den Winterschlaf verfallen. Vor allem die Kursstufe scheint schwer getroffen zu sein, lethargisch lümmeln sie in ihren Bänken und harren wie Rilkes "Panther" in ihrem Käfig:
"Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein."
Hoffen wir mal, dass der Winter dieses Jahr nicht allzu hart wird, sonst wacht der ein oder andere erst im April wieder auf.
Mittwoch, 15.09.2010
Das Grüßen an sich ist schon eine Welt für sich. Wer grüßt wen und wer zuerst? Reicht ein kurzes Nicken, ein Hallo oder ein Guten Tag? Wen grüßt man eigentlich gar nicht? Die Großen, die Kleinen, die Hausmeister, das Küchenpersonal, die Reinigungskräfte?
Früher war es mal das Highlight eines jeden Lehrers, früh morgens eine hochmotivierte und damit auch grußwütige Schülerschaft am Tor in Empfang zu nehmen. Man quasselte sich vor lauter "Guten Morgen" und "Hallo" den Mund fusslig. Und heute? Der Schüler müsste schon lippensynchron erfassen können, was der Lehrer da am Tor von ihm will. Hightech vom Feinsten auf den Ohren verhindert jegliche Kommunikationsaufnahme, manch einer ist noch im Träumeland, andere haben den Kopf fast auf dem Fußboden, um ja nicht gegrüßt werden zu müssen. Da muss man dann schon etwas lauter werden oder resigniert eben irgendwann kopfschüttelnd.
Mittwoch, 01.09.2010
Hilde nervt heute mal nicht, sondern freut sich: Wir sind Millionär. Irgendwann in den Mittagsstunden hatten wir den 1 Millionsten Besucher. Macht in inzwischen mehr als viereinhalb Jahren 17 857 Klicks, pro Tag ungefähr 595. Aber das ist schon hohe Mathematik, die den gemeinen Achtklässler wahrscheinlich schon überfordert. Also, einfach mal genießen ...
Donnerstag, 26.08.2010
Hilde hat Post bekommen:
Liebe Hilde,
ich verspüre das große Bedürfnis, dir von einer Veranstaltung zu berichten.
Am 25.08. fand die Einführung zur Kursstufe für Eltern statt. Der Saal war gut gefüllt. Souverän erklärte Herr Beutling kurz und mit einer guten Präsentation die Wahlmöglichkeiten und Besonderheiten der SEK II. Inmitten seiner Ausführungen stand eine Mutter auf und verließ den Raum. Sicher hatte sie sich im Vorfeld beim Redner für die Störung entschuldigt. Was nun folgte, konnte ich nicht mehr nachvollziehen. Nach und nach verließen immer mehr Eltern den Raum. Am inhaltlich durchdachten und gut strukturierten Vortrag kann es nicht gelegen haben. Fragen über Fragen türmten sich in meinem Kopf.
Handelte es sich um Muttis, die sich um das Abendbrot kümmern mussten?
Warum waren sie gekommen, wenn sie bereits alles wussten?
Dachten sie, es sei eine Selbstbedienungsveranstaltung, bei der man gehen konnte, wenn die eigene Frage beantwortet wurde?
Waren diese Leute krank, als in der Schule Achtung vor dem Redner gelehrt wurde?
Wie wollen sie ihre eigenen Kinder erziehen, wenn sie selbst diese Anstandsformen nicht kennen?
Zum Glück spendeten die Eltern Applaus, denen der gesamte Abend eine Hilfe war.
Herrn Beutling möchte ich danken und empfehlen, einen Knigge-Leistungskurs für Eltern einzurichten.
Herzliche Grüße von einer besorgten Mutter
Donnerstag, 19.08.2010
Die Sonne scheint wieder, logisch, jetzt wo das Schwimmlager abgeblasen wurde. Mit dem Wetter kann man derzeit auch nicht mehr planen, früher war irgendwie alles anders. Da waren die Sommer noch Sommer und man ging ins Wasser, um sich zu abzukühlen. Heute hat man Angst, sich zu erkälten. Und das im Sommer. 40 Prozent aller Zehnjährigen können nicht schwimmen, vor zehn Jahren konnten sich noch fast 95 Prozent aller Viertklässler schwimmend ins kühle Nass stürzen. Früher war eben irgendwie alles anders. Dafür sind unsere Schüler nicht krank.
Weil wir gerade beim Wasser sind, wenigstens zum Hildebrandfest hatte Herr Petrus ein Einsehen und ließ trotz dunkler Wolken die Mehringstraße im Trocknen. Somit konnten die Feierlichkeiten wie geplant über die Bühne gehen. Was allerdings einige Anwesende im Schulhaus so trieben, hätte eine kalte Dusche verdient: Beschmierungen im B-Trakt sowie eine demolierte Jungs-Toilette sprechen kaum für Freunde der RHS. Manchmal möchte man gern wissen, was in deren Köpfen so abgeht. Oder besser auch nicht.
Mittwoch, 10.08.2010
Neues Schuljahr mit mal wirklich etwas Neuem: Blockunterricht. Unterrichtet wird nun fast ohne Pause, was ja durchaus im Sinne des Erfinders ist. Die Vorteile liegen auf der Hand: Stoffvermittlung findet nicht mehr zerstückelt statt, moderne Unterrichtsformen prägen den Unterrichtsverlauf. Und ganz nebenbei sollte die Schultasche etwas leichter werden. Wenn man so manch´ kleinen Zwerg durch das Schulhaus stampfen sieht, keine schlechte Idee.
Auf der Strecke bleiben allerdings Möglichkeiten der Kommunikation. Pausen, in denen man sich mit Freunden treffen, sich austauschen kann, sind Mangelware. Interaktionen zwischen Schüler und Lehrkörper kaum noch möglich. Man hetzt mehr aneinander vorbei.
Fairerweise muss man dem Blockmodell natürlich eine Chance geben, traditionell sollten 100 Tage reichen, um das neue System auf Herz und Nieren zu prüfen. Hilde wird ein Auge drauf haben, oder besser zwei. Versprochen.
Sonntag, 27.06.2010
Sommerferien - das derzeitige Wetter macht der verdienten Erholungspause auch den Gefallen, sich so nennen zu dürfen. Und wenn die Löw-Elf heute noch England schlägt, mehr Sommer geht ja kaum.
Vergessen die letzten Wochen mit all den Exkursionen, Stunden und Vertretungsstunden, die eigentlich nur einen Sinn hatten, dass die Stunden vertreten werden. Irgendwie sind die letzten Wochen immer die anstrengendsten, man sollte doch mal überlegen, ob man die Sommerferien nicht schon 14 Tage eher beginnen lässt, dann haben die Lehrer Ruhe und genug Zeit, zu einer Notenfindung zu kommen, um dann, wie ein Schüler so futuristisch anmerkte, das Zeugnis per Mail zukommen zu lassen. Eigentlich ´ne Klasse Idee, hilft ja auch ganz nebenbei der Umwelt und den Klassenlehrern Nerven sparen beim alljährlichen Kampf mit den Zeugnisformularen.
Nun gut, genug sinniert über dieses Schuljahr, auch Hilde braucht etwas Ablenkung und verlässt ihre heimischen Gefllde, um voller Elan und Neugier ins neue Schuljahr zu starten. Schöne Ferien.
Freitag, 18.06.2010
WM-Hype auch an der RHS. Hätten die Spielplaner mal eher nachgedacht, wäre das Spiel der Deutschen gegen Serbien nicht auf 13:30 gelegt worden. Da haben nämlich noch wenigstens 80 Prozent der RHS-Schüler Unterricht. Hätten die Spielplaner mal eher nachgedacht, hätten besorgte Eltern ruhiger schlafen können und sich nicht die ganze Nacht um die Ohren schlagen müssen, wie sie ihre fussballbesessenen Kinder am besten vom Unterricht freistellen lassen. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen, einen Freistellungsauftrag zum Public Viewing zu stellen. Am besten schon nach der 5.Stunde, damit die Kids sich noch mit Popcorn, Cola und Vuvuzela eindecken können.
Nun gut, man hätte das alles auch diplomatischer lösen können, in anderen Bundesländern gibt es auch konkrete Regelungen zum gemeinsamen Schauen, aber dass die Schüler inzwischen ihren Stundenplan am WM-Fahrplan ausrichten, kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein.
Dienstag, 15.06.2010
"Die Versuchskaninchen brechen aus" - kein aktueller Filmtitel mit PETA-Bezug, sondern das Motto unseres aktuellen Abiturjahrganges. Sie wurden aber auch gebeutelt: neue Lehrpläne, BLF, KLL und neues Oberstufensystem, alle Neuerungen des sächsischen Bildungssystems ereilten unsere 12er. Grund genug also, all die Lasten endlich abzustreifen und abzufeiern. Das machen die meisten zwar schon seit Wochen, nur ein paar Auserwählte müssen noch in die Nachprüfungen, aber ein richtiger Abigag muss schon sein.
Geschult an den Erfahrungen der letzten Jahrgänge hatte sich ein motiviertes Planungsteam gefunden, dass den "Versuchskaninchen" ein angemessenes Denkmal setzen wollte. Nun sind Ideen das eine, die Umsetzung das andere. Die Klassenzimmer in Möbellager umzufunktionieren, erschien zu reizvoll, der Sinn des Tischestapelns erschließt sich allerdings kaum jemanden. Konfetti, Wasserpistolen scheinen irgendwie zum Standard zu gehören, für die Spuren fühlten sich unsere Abiturienten aber auch verantwortlich, so verdunkelten die Zeitungen auch nur bis zur dritten Stunde die Fenster. Man sollte sich wie im Bunker fühlen, hmm, gegen dieses Geühl gibt es ja aber nun mal Fenster.
Originell dagegen die Absperrbänder vor der Schule. Nicht jede fahrende Mutti verstand am frühen Morgen die Idee der 12er, etwas System in das An- und Abfahren der zahlreichen kleinen Ein-Mann-Schulbusse zu bringen. Dass Schlimmeres verhindert wurde, lag wohl vor allem an der Sturheit der Abiturienten, auch wenn ihnen das bei ihrer zukünftigen Berufswahl wohl auf die Füße fallen könnte (O-Ton Schülermutter: "Wenn ihr euch bei mir bewerbt, lehne ich euch alle ab.").
Wer dann den eigentlichen Abigag am Mittag noch erleben konnte, war überrascht: Eine Bühne, ein DJ, ein Programm. Durchaus ansprechende Spielchen mit entsprechenden Ehrungen (zum Glück gibt´s die Burgerking-Kronen) und Strafen (angekettet an das Gittertor) mit überragenden Solo-Darbietungen (Frau Knobloch und Herr Schulze toppen doch jedes DSDS) gepaart mit einem angemessenen zeitlichen Rahmen ließen den Abigag 2010 so ausklingen, dass man ihn durchaus in Erinnerung behalten kann. Entlassen wir also die "Versuchskaninchen" in die freie Wildbahn ...
Montag, 07.06.2010
Klassenfahrtswoche - für Schüler ein Traum, für Lehrer ein Grauen. Für die sechsten Klassen wie auch für die Studienfahrten der 11er heißt das Erholung, garniert mit ein bisschen Bildung, statt Mathe, Deutsch oder Englisch. Wobei für die 11er etwas mehr auf dem Spiel steht, immerhin muss im Oktober eine wissenschaftliche Arbeit abgegeben werden. So stehen München, London, Wien, Krakau und wie immer Boiensdorf nicht nur für Spaß, sondern auch für selbstorganisiertes Bearbeiten der Studienarbeitsthemen.
Für alle Hiergebliebenen bedeutet diese Woche Improvisation. Kurze Stunden-, dafür lange Vertretungspläne, ständig wechselnde Lehrer, wenig Lust, sich darauf einzustellen, richtig Spaß macht das nicht. Wie eigentlich immer wähnt sich der Schüler schon in den Ferien, allzu große Anstrengung ist nicht gefragt. Dass der Leistungsdruck weg ist, tut sein Übriges dazu. Geduld ist nötig und vor allem Verständnis dafür, dass noch drei Wochen zu absolvieren sind, bis das letzte Pausenklingeln in die Sommerferien entlässt.
Freitag, 21.05.2010
Großes Lob dem Chor! Nur denkbar knapp musste man sich beim Deutschen Chorwettbewerb in Dortmund dem Drittplazierten beugen. Dafür wurde aber auch tief in die Trickkiste gegriffen: Um nicht abgelenkt zu werden, durften sich unsere Choristen nicht die Darbietungen der Konkurrenten anschauen. Am Ende hat sich das gelohnt: Wir haben den viertbesten Chor, deutschlandweit!
Wer sich in den letzten Tagen im oberen C-Flügel rumgetrieben hat, wird´s schon bemerkt haben: Ruhe, absolute Stille. Und woran liegt´s? Die 12er sind weg. Die Abiprüfungen sind (vorerst) vorbei, sie haben sich ein paar ruhige Tage verdient. Noch ist man vor ihnen nicht ganz sicher - der Abigag steht ja noch bevor.
Aber auch sonst verändert sich einiges. Da die 12er nun nicht mehr da sind, können die 11er ja allein in den Schulklub, die 10er die Kreuzung Mehring- / Offenbachstraße einnehmen und die 9er müssen sich nicht mehr verstecken. Wer das nicht ganz versteht, sollte einfach mal in der großen Pause einen Blick über den Schulzaun werfen, er wird es verstehen. Lustigste Erklärung für diesen außerschulischen Bewegungsdrang: Meine Mutti musste mir was bringen. Selten so gelacht.
Könnte aber sein, dass im kommenden Schuljahr alles noch mehr anders wird: Der Blockunterricht steht vor der Tür. Das wird unsere Schülerschaft vor völllig neue Aufgaben stellen, denn sie muss ihr Pausenverhalten neu organisieren. Weniger und kürzere Pausen, dafür 95 Minuten Unterricht am Stück. Da stellt sich für manchen vielleicht die Sinnfrage: Warum bin ich eigentlich (hier)?
Dienstag, 04.05.2010
Hilde ist derzeit etwas durch den Wind, nicht nur der Flieder blüht lila weiß, sondern auch das kleine gallische Dorf hinter den sieben Bergen, von dem die Hilde irgendwie nicht loskommt. Aber das wird wieder.
Was passiert außerdem Weltbewegendes? Wir kommen nicht aus den Medien. Die Fernsehteams geben sich die Klinke in die Hand, Bildung scheint ein interessantes Thema zu sein, die Veränderung bei den Bildungsempfehlungen (ab dem Schuljahr 2011 / 2012 relevant) spaltet: 2,5 oder 2,0, Mittelschule oder Gymnasium, große Klassen - kleine Klassen, gut oder schlecht, ... Wir platzen aus allen Nähten, bin mal gespannt, welche Auswirkungen das haben wird.
Wie man unschwer erkennt, es ist Frühling und Zeit, in den Pausen wieder mal mehr das Freie aufzusuchen. Nur was tun? Die große Hofpause ist lang, also sucht man sich entsprechende Spielchen. Die Kleineren haben genügend Ideen, sich die Zeit zu vertreiben, erfinden Spiele, deren Regeln sich dem Außenstehenden nicht sofort erschließen. Allerdings brauchen sie dazu Platz, warum dafür nicht der Basketballplatz genutzt wird, weiß ich nicht. Vielleicht ist es spannender, den Ball zum wiederholten Male aus den Hecken zu holen (irgendwann wird´s ja leichter, da keine mehr da ist), die Hauswand des Schulclubs als Objekt einzubeziehen, ich warte nur darauf, dass die erste Scheibe klirrt.
Wer keine Lust hat, sich zu bewegen, hängt irgendwie ab. Nachvollziehbar nach fünf Stunden Unterrichtsstress, warum das aber unbedingt auf den Fahrrädern anderer Schüler passieren muss, wissen wahrscheinlich nur die Bikeschaukler selbst. Schäden sind vorprogrammiert, interessiert aber kaum. Zeit, mal den Kopf einzuschalten, auch wenn eigentlich Pause ist.
Dienstag, 20.04.2010
Hilde noch im Winterschlaf? Fast könnte man denken, der hildebrandische Geist habe seine Heimat in einen Dornröschenschlaf versetzt und warte sehnsüchtig auf den Prinzen, der weiß, was er zu tun habe. Inhaltlich mag das schon stimmen, etwas lethargisch kommt sie derzeit schon daher, die RHS. Auch wenn Fassadenkosmetik aktuell ein Thema ist, wohlmöglich bekommen wir bald Zuwachs und damit gesehen noch mehr kleine Geister, doch ein Erweiterungsbau löst die aktuellen Probleme allein nicht. Viele Baustellen warten darauf, dass es endlich mal los geht. Blockunterricht im neuen Schuljahr? Man müsste mal endlich drüber reden.
Am kommenden Donnerstag kann man das: Stadtverwaltung und Bildungsagentur geben vielleicht nicht nur einen Ausblick, ob wir in den kommenden Jahren nun drei-, vier- oder fünfzügig sein werden.
Dienstag, 30.03.2010
Hilde war im Urlaub oder auf Neudeutsch beim Schüleraustausch. Fährt man dazu traditionell eigentlich nach England oder Frankreich, um die Fremdsprachen zu schulen, führten in diesem Falle die Wege ins Tulpen- und Käseland, genauer gesagt nach Epe, einer Kleinstadt ca. 15 km entfernt von Apeldoorn (unbekannt?), ca. 20 km entfernt von Deventer (unbekannt?), gut, 100 km von Amsterdam (bekannt!).
Das holländische Schulsystem ist etwas anders organisiert als das unsere, schon allein die Stundenzeiten beweisen die Liberalität unseres Nachbarlandes: Pausen- und Stundenklingeln sind eins, äußerst pragmatisch, nun liegt es an dem Schüler selbst, pünktlich zur nächsten Unterrichtsstunde zu erscheinen. Kaugummi im Unterricht verboten, dagegen Rauchen auf dem Schulgelände erlaubt. Zuspät- oder Garnichtkommer müssen mit drakonischen Strafen rechnen: Das Fegen des Schulhofes ist da noch das kleinste Übel.
Unsere Schüler hatten damit null Probleme, wollten sogar noch bleiben, na aber, so schlimm ist unser Schulsystem nun auch nicht. Immerhin darf man Kaugummi im Unterricht kauen.
Und hier? Die 12er starten ihre Mottotage, sehr kreativ begann die Woche mit den "Randgruppen", bei dem ein oder anderen war allerdings nicht genau zu erkennen, welcher Spezies er nun angehört, vieles unterschied sich nicht von der gewohnten Alltagskleidung. Oder gehört die Jogginghose inzwischen den Randgruppen? Nööö, wir hatten das doch gerade anlässlich des Internationalen Jogginghosentages ganz anders gelesen.
Montag, 08.03.2010
Was für Tage: Unsere Jungs schlagen sich tapfer bei der Schulfussball-WM, scheitern letztendlich an Honduras, was keine Schande ist; die Squibs siegen beim Bandclash (wobei sich das Bekenntnis zu unserer Schule etwas in Grenzen hält, man startet zwar für die RHS, aber wer weiß das?); die Homepage landet auf Platz 32 beim bundesweiten Schulhomepage-Award; das Schulhaus wird neu gestaltet; Schüler unterhalten sich ganz kultiviert mit ihren Lehrenden und verstehen einander - das klingt ja alles nach supitrupi Heiter- und Zufriedenheit. Ist der Schulklimawandel gestoppt?
Wohl eher nicht, denn schaut man mal genauer hin, dann ist es eben nur ein kleiner (interessierter) Teil auf allen Seiten, den das Biotop "RHS" wirklich tangiert. Klar, man geht auf diese Schule (dafür nehmen Eltern sogar einen Wohnortwechsel in Kauf), aber da hört es auch schon auf. Man hat fast das Gefühl, als leben wir inzwischen in einer Zweiklassengesellschaft, die den hildebrandischen Geist wie einen Schatten seiner selbst erscheinen lässt: Einige wenige, die engagiert Schule gestalten und mitbestimmen wollen, und die anderen, denen ein warmes Schulhaus für den Tag reicht, schön, wenn auch die Freunde noch in der Nähe sind.
Auch mir als Geist ist klar, dass wir nicht der Nabel der Welt sind, dass manch einer froh ist, wenn er nach acht Stunden die Mehringstraße unbeschadet, und das in jeglicher Hinsicht, gen Zuhause überqueren kann. Allerdings stehen wir immer noch in der Tradition unseres Namengebers: „Dass er geistig zugreifen lerne, dazu ist der werdende Mensch in der Schule, nicht dazu, dass man ihm den Geist vollstecke ohne eigenes Zutun.“
Dienstag, 16.02.2010
Auch ein Geist muss mal Urlaub machen und so bin ich derzeit in Bayern. Hier ticken die Uhren doch ein bisschen anders, gerade in den Faschingswochen ist das spürbar.
Die bayrischen Schüler scheinen ohnehin froh zu sein, etwas Abwechslung in ihr tristes Leben zu bekommen, welches in den letzten Wochen vor allem durch Stress und fehlender Freizeit geprägt war. Dafür lohnt es sich auch mal zu streiken. Ist ja auch ein bisschen viel: Neue Lehrpläne und die Umstellung von G 9 auf G 8. Hausaufgaben, erstmals Prüfungen in verpflichtenden Abiturfächern, Lernen die ganze Nacht, ....
Wie meinte eine Mutter im "Focus" so schön: "Der Stress geht schon in der Früh los", sagte sie. Die Nerven der Schüler lägen blank, weil ihnen der Ausgleich fehle. Ähnlich sei es im Studium: "Bis sie ins Berufsleben eintreten, brauchen sie die erste Kur." - Gott sei Dank ist morgen Aschermittwoch und der Faschingswahn vorbei, Zeit auch für die Bayern, wieder Willkommen im Leben zu sagen.
Freitag, 05.02.2010
Auch wenn die letzten Wochen rein wettermäßig schon etwas von Winterspaß hatten, erst jetzt sind Ferien. Zeit sich zu erholen, abzuspannen (einige Kursschüler haben da schon etwas vorgearbeitet), mal über das ein oder andere nachzudenken, wohin soll´s gehen: Für die 5.Klässler steht die Sprachwahl an, die 7. Klassen müssen sich für das Gewi- oder Nawi-Profil entscheiden, die 10. Klassen für ihren weiteren Weg im Studium- und Ausbildungsdschungel. Die 12er erwartet das Mathevorabitur (man munkelt, es solle schrecklicher als das Deutsch-Vorabi werden).
Auch ich werde keine Ruhe haben: Mein Zuhause wird grundgereinigt, alles wieder saubergemacht, am 27.02. wartet der Tag der offenen Tür auf alle zukünftigen RHSler.
Schöne Ferien!
Freitag, 29.01.2010
Diese Woche mal wieder mein Lieblingsthema: Der alltägliche Wahnsinn auf den Straßen. Endlich Zeit, sich strategisch und taktisch eine Lösung zu überlegen. Und die kann nur heißen: Einbahnstraße! Morgens weg von der Schule, nachmittags nur in Richtung RHS führend. Da würde sich der überbesorgte Autofahrer dreimal überlegen, ob er die Mehringstraße ansteuert. Spart nebenbei auch Nerven und Zeit. Es kann doch nicht im Sinne eines optimierten Schülerverkehrs sein, dass sich die Autos frühmorgens in der Offenbachstraße gegenüberstehen und die Fahrer minutenlang darüber sinnieren, wie sie ihr Fahrzeug über das des anderen hieven. Ganz nebenbei kommen die Schüler natürlich zu spät.
Aber ehe die Stadtverwaltung sich dieser Aufgabe annehmen muss, sind Ferien und dann bald März und Frühling und der Schnee weg und damit wohl auch mein Lieblingsthema.
Sonnabend, 16.01.2010
Eine Woche des Improvisierens liegt hinter uns. Davon können die Winterlagerfahrer wohl genauso ein Lied singen, wie die Organisatoren des Schülerkongresses.
Vor allem die Winterkinder der 7.Klassen haben alle Register ziehen können: Sämtliche Rettungskräfte von Klingenthal und Mittenwald können davon wohl ein Lied singen, teils verschuldet, teils unverschuldet bleiben die Markkleeberger den Gastgebern in bleibender Erinnerung. Nebenbei wurde natürlich auch Ski gefahren und das so, dass alle wieder gesund zu Hause angekommen sind.
Der diesjährige Schülerkongress war der des letzten Jahres. Kein Wortspiel, sondern einfach der Tatsache geschuldet, dass der Termin im November ausfallen musste. Schon damals war klar, dass der Kongress im Januar nachgeholt wird, alle haben es wohl ein wenig verdrängt. So musste das Team um Roland Kramm, vor allem auch wegen der Abwesenheit vieler Klassenlehrer und Tutoren, ganze Aufbauarbeit leisten, um die diesjährige Auflage nicht ganz ins Wasser fallen zu sehen. Und das mit Erfolg. Die einzelnen Fachrichtungen waren gut besucht, die Informierenden der Unis & TH´s motiviert genug, sich den Fragen der Schüler zu stellen. Und das an einem Freitagnachmittag!
Mittwoch, 13.01.2010
Wenn die Vertretungspläne länger werden als die Stundenpläne, dann ist Winterlagerzeit. Nun müssten die 7. und 9.Klassen derzeit nicht unbedingt das Weite suchen, von der weißen Masse haben wir hier auch mehr als genug. Nur die Pisten fehlen, das kann auch kein Eulenberg bieten. Das Feeling, im Winterlager zu sein, kann sich allerdings auch bei den Hiergebliebenen einstellen: Wie komme ich am besten und vor allem verletzungsfrei in die Schule. Die Auswahl an Fortbewegungsmitteln wurde schon um Skier erweitert, seitens der Stadtverwaltung sollte man doch mal überlegen, eine Loipe zur RHS zu legen. Da könnte man auch die Kosten für´s Winterlager sparen.
Wenn zwei ganze Klassenstufen fehlen, kehrt etwas Ruhe ein. Da bietet es sich auch an, den ausgefallenen Studienkongress für die 10. und 11.Klassen nachzuholen. Vom Zeitpunkt sicherlich nicht ganz glücklich gewählt, da am Donnerstag bereits der Tag der offenen Hochschultür die Studierwilligen interessieren sollte. Andererseits sollte der ein oder andere nach dem Freitag wenigstens annähernd wissen, wo es in Zukunft mal hingehen könnte.
Mittwoch, 06.01.2010
Ein neues Jahr - die Chips spielen verrückt und lassen EC-Karten einfach nicht ihren Job machen. 30 Millionen EC-Karten sind betroffen, das haben wir angesichts der Krise gerade noch gebraucht. Da will der Konsument schon konsumieren und darf nicht. Eigentlich wurde dieses Problem schon zur Jahrtausendwende erwartet, damals befürchtete man allerdings noch, dass die Mikrowellen die Datumsgrenze nicht verstehen und gar explodieren.
Und bei uns? Der Schnee ist da und das freut besonders die Schneeballfetischisten. Interessanterweise kommen die nicht, wie eigentlich zu erwarten, nur aus den unteren Klassenstufen, nein, auch die Zehner kämpfen um jeden Quadratzentimeter Schulhof. Müssen dabei allerdings anerkennen, dass die Zwerge meistens in der Überzahl sind und gemeine Taktiken haben. Angst sowieso nicht.
Angesichts dieser weißen Pracht und den Nachwehen der Ferien dürfte man eigentlich annehmen, dass die Schülerschaft ausgeglichen dem Schulalltag entgegensieht und sich freut, wieder in ihrem Wohnzimmer zu sein. Irgendwie scheint die Harmonie zwischen Schule, Schüler und wohl auch Lehrer aber irgendwie getrübt zu sein, wie sonst lassen sich die erneuten Botschaften am Schulgebäude erklären?
Dienstag, 22.12.2009
Dass wir nicht nur musisch profiliert sind, haben die letzten Schultage gezeigt: Da wurde frei und quer gedacht, beim Vorlesewettbewerb dazu noch quer gelesen und das in durchaus beachtenswerter Qualität. Das RHS-Jahrbuch 2008 / 09 könnte glattweg auch unterm Gabentisch landen, 216 Seiten - da ist Weihnachten gelaufen.
Nun klingt das alles nach viel Harmonie, die Querdenker scheinen aber genau das nicht zu wollen und haben wieder einmal ihr persönliches Feindbild aufgespießt: den Lehrer als Vorbild. Nicht genug, dass er rauchend vor dem Schultor steht, nun glänzt er auch noch mit fehlender Zivilcourage, fehlendem gesellschaftlichen Engagement und fachlicher Inkompetenz.
Sollte man angesichts dieser Mängelliste und drohender Revolution nicht gleich Bertolt Brechts "Lösung" folgen:
...
Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Schülerschaft
Löste die Lehrerschaft auf und
Wählte eine andere?
Vielleicht auch andersrum. Ich werde mal über Weihnachten nachdenken.
Ein besinnliches Fest.
Eure Hilde
Montag, 07.12.2009
Sauberkeit und Schule - manchmal sind das zwei Dinge, die sich bei uns ausschließen. Über einen Mangel an Abfallbehältern können wir uns nun doch wirklich nicht beklagen, allerdings scheint der Weg zu diesen ein mühsamer. Lass´ fallen, was du nicht mehr benötigst, scheint derzeit die Maxime zu sein, davor sind nicht einmal die Fensterbänke vor dem Sekretariat sicher. Ganz Sportliche versuchen wenigstens noch, ihren Müll ähnlich einem Drei-Punkte-Wurf beim Basketball im Eimer zu versenken, die Fehlerquote ist dabei allerdings immer noch zu hoch. Ein Korbleger, um im Basketball-Jargon zu bleiben, wäre da wohl die bessere Alternative. Ansonsten hilft nur noch ein Selbstreinigungsprozess (im doppeldeutigen Sinne) oder eben im eigenen Müll zu ersticken.
Mittwoch, 25.11.2009
"Pimp my teacher" - so in etwas könnte man jugendsprachlich das umschreiben, was gestern am Pädagogischen Tag mit unseren Lehrern geschah. So manchem Schüler war es wohl egal, warum er am 24.11. schulfrei hatte, Hauptsache mal in den eigenen vier Wänden ausschlafen. Allerdings Vorsicht, vielleicht erkennt ihr eure Lehrer gar nicht wieder: Visionen, Kommunikation, Schulrecht und Blockunterricht standen auf dem Stundenplan. So manche Idee könnte in den Unterricht folgen und euer Leben revolutionieren.
Freitag, 13.11.2009
Oh, Freitag, der 13., ganz schlechtes Omen, sollte man eigentlich im Bett bleiben. Angesichts grasierender Grippewellen (ich dachte immer, die machen um Markkleeberg einen großen Bogen, wozu haben wir sonst den Autobahnring) keine schlechte Idee.
Nun hätte es mich ja nach meinen letzten Eingebungen nicht gewundert, wenn der ein oder andere Schüler wirklich auf die Idee gekommen wäre, mal so einen Flashmob zu organisieren, aber denkste. Die zwei Möchte-Gern-Zauberer, die als wohl Einzigste bemerkt haben, dass der 11.11. die nervige Zeit des Sich-Verkostümierens und Wir-lasse-de-Dom-in-Kölle einleitet, zählen da nicht. Irgendwie scheinen sich unsere lieben Hausbewohner ihre Zeit anders zu vertreiben. Treffen mit dem Schulleiter? Ausgefallen wegen mangelnder Beteiligung, wobei der Protagonist der Stunde auch das akademische Viertel sachsen-anhaltinisch interpretiert. Wir haben seit einer Woche wieder ein funktionierendes Forum, da würden uns andere Schulen drum beneiden. Nun kann man sicherlich nicht erwarten, dass vor lauter Begeisterung gleich der Server zusammenbricht, aber zweieinhalb Anmeldungen in sieben Tagen sind nun auch nicht wirklich der Bringer (die halbe Anmeldung war wenigstens aber originell und flog wegen seiner hab@net.de-Adresse gleich mal wieder raus). Themen dürfte es doch genug geben (wenn gar nichts geht, darf es meinetwegen auch die Schülerspeisung oder das mangelnde Toilettenpapier sein ...).
Liebe Schüler, das ist auch immer noch eure Schule und es kann doch nicht das höchste aller Glücksgefühle sein, einmal auf der anderen Straßenseite zu stehen oder auf einem der roten Ledersofas herumzulümmeln. Da gibt´s doch noch was anderes (muss ja nicht gleich eine Besetzung der Bildunsgeinrichtung sein, wie es derzeit die Studenten praktizieren).
Eine etwas genervte Hilde.
Montag, 09.11.2009
"Der Begriff Flashmob (flash – Blitz; mob – von mobilis – beweglich) bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer üblicherweise persönlich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun." (Quelle: wikipedia.de).
Zu Glück sind unsere Schüler bisher noch nicht auf die Idee gekommen, derart "ungewöhnliche Dinge" aus dem Nichts zu tun, wie z.B. "Wir schauen jetzt mal alle zusammen aus dem Fenster.".
Erste Erfahrungen mit den blitzartigen Bildungen des Mobs konnten am Wochenende einige Choristen der RHS machen, als sie zusammen mit Britain´s Got Talent des Jahres 2007, Paul Potts, auf den Stufen des Leipziger Hauptbahnhofes Beethovens "Ode an die Freude" zelebrierten. Die Idee entstammt einer Marketingstrategie des margentafarbenen Telekomunikationsunternehmen. So ganz unvorbereitet war das Ganze dann allerdings wohl doch nicht, denn wie bekommt man Paul Potts punktgenau an den Hbf. und platziert ihn dann so, dass bereits drei Stunden später ein fertig gedrehter Werbespot bei youtube zu sehen ist?
Nun, sei´s drum, Kommerz hin, Kommerz her - Leipzig bekommt seine Würdigung in Hinblick auf die friedliche Revolution und die Öfnung der Mauer vor 20 Jahren und die beteiligten RHS-Schüler können sagen, wir sind dabei gewesen. Was die Hilde ja vor 20 Jahren irgendwie verschlafen hat, Insider wissen das, die Fahrschule und Zwenkau und so ...
Montag, 02.11.2009
Ferien vorbei - man braucht etwas Zeit, um sich wieder an die Schule zu gewöhnen. Das Wetter tut sein Übriges dazu, gut für den fächerverbindenden Unterricht in Klasse 7, seit dieser Woche steht "Wasser" auf dem Stundenplan, davon haben wir ja derzeit genug.
In der Schule selbst fallen vor allem die ständig fröstelnden Schüler auf. Wehe, man lüftet mal die Zimmer ... Zum Glück gibt´s ja die Belehrung zu hygienischen Verhaltensweisen und Verhütung von Erkältungskrankheiten. Der Oktober ist reich an Hinweisen, die unser (Schul-) Leben organisieren helfen sollen, Belehrungen zum Verhalten beim Drachensteigen und bei Gewitter sind dabei die absoluten Highlights: Wenig einschlagsgefährdet sind Ebenen oder Bodenmulden und Hohlwege, in die man sich mit geschlossenen Beinen hinhockt. Man sollte schon mal mit Buddeln anfangen.
Donnerstag, 08.10.2009
Ferien - Hilde wird diese natürlich auch genießen.
Zuvor lagen noch zwei Wochen fvU - fächerverhindernder Unterricht, so mag mancher Schüler denken, wenn er die Blockstunden der letzten Tage für die 10. Klassen genießen durfte. Entweder hat den Zehntklässlern keiner so richtig erklärt, was da in der letzten Schulwoche vor den Ferien passiert oder sie haben generell keine Lust mehr. Anders kann man sich die offen zur Schau getragene Passivität nicht erklären. Gut, mit Alaska (Klasse 9), Renaissance (Klasse 8) oder Wasser (Klasse 7) kann das weniger auf Erlebnisorientierung ausgerichtete Projekt eben nicht mithalten, soll es auch nicht. Es sollte fit machen für die Abiturstufe, nur blöd, wenn das nur die Wenigsten erkennen.
Schöne Ferien.
Freitag, 02.10.2009
Hilde hatte gestern Wandertag oder auf Neudeutsch: Hilde goes to Gewandhaus. Nun sollte das für ein musisches Gymnasium, wie es das unsere nun einmal ist, ein Feiertag sein, in das ehrwürdige Konzertgebäude treten und Riccardo Chailly hören zu dürfen. Aber denkste, da muss inzwischen sogar die Hilde was dazu lernen.
Dass es früher mal Usus war, an einem solchen Tag den Unterricht zu Gunsten der Muse ausfallen zu lassen, ist eh´ Schnee von gestern, somit hatte der geplagte Schüler schon auf dem Weg zum Konzert genügend Zeit, sich eine passende Ausrede einfallen zu lassen, warum er die 1.Stunde versäumt hatte. Wahrscheinlich war der ein oder andere so spät aufgestanden, dass er nicht einmal bemerkte, dass er kleidungstechnisch nicht ganz auf dem Laufenden war: Jogginghose und Trainingsjacke, damit geht man eher zum Döner essen als ins Schülerkonzert. Aber warum das Nützliche nicht mit dem notwendigen Übel verbinden, damit das Outfit perfekt ausfällt, gehören natürlich noch die Ohrstöpsel rein, wenn ich schon eine Stunde meiner Zeit opfern muss, dann will ich doch bestimmen, welche Musik ich höre: Bruckners 4.Sinfonie, wenn auch eine "romantische", ganz bestimmt nicht.
Das Gewandhausorchester hatte gegen dieses provokative Desinteresse sein eigenes Mittel: Es spielte einfach laut und machte somit klar, dass es in seinem Zuhause immer noch selbst bestimmt, was gespielt wird. Inzwischen ist der Schüler aus seinem Schlummerschlaf erwacht und fragt den Nachbarn, wie lange es noch dauert. Bekommt somit aber auch nicht mit, dass man höflichst zwischen den einzelnen Sätzen nicht Beifall klatschen soll.
Nach anderthalb Stunden kann sich der Schüler wieder auf das Wesentliche konzentrieren, allerdings muss er sich sputen, die 6.Stunde wartet. Auf dem Weg dahin bastelt er an einer ausgefeilten Ausrede, um den Tag nicht vollends in die Tonne werfen zu müssen.
Glücklicherweise hat die Hilde auch zufriedene Gesichter gesehen, die es zu schätzen wussten, für 5 € einen Grammy-Preisträger zu sehen und ein Orchester zu hören, das einfach Weltklasse besitzt.
Freitag, 25.09.2009
Holla, die Waldfee - was für ein Tag gestern: Wieder einmal Feueralarm, dieses Mal alles in geordneten Bahnen, geplante Klassenarbeiten fielen gleich vorn vornherein aus - wie praktisch. Jedenfalls schienen alle den veränderten Plan zu kennen und suchten das neue Terrain geordnet auf.
Die neue Ausgabe der "Querdenker" machte ihrem Namen alle Ehre: Generalangriff auf die Vorbildrolle. Da auch mich als Geist manchmal ein Duft von Freiheit umströmt (ich weiß, das zerstört jetzt ganze Welten von Welten), kann ich dem nur ein müdes Grinsen entgegen halten. Was kommt als Nächstes? Müssen die Lehrer nun für die Schulobst-Initiative herhalten und als Möhre verkleidet den Unterricht anreichern? Gesunde Ernährung, aber nur wenn mir´s einer vormacht? Ich krieg´ außerdem den Zusammenhang mit dem Toilettenduft nicht ganz hin - ich glaub´, ich frag´ da mal Dr. Bamboocha.
Mittwoch, 23.09.2009
Manchmal irrt auch ein Geist: Bei einem möglichen Alarm ist nicht mehr der Ballsportplatz Sammelpunkt, sondern die Mehringstraße in Richtung Abendsonne. Nun muss man nur noch wissen, wo die Abendsonne ist, aber das lässt sich ja geographisch oder astronomisch herausbekommen. Und wer dabei immer noch keine Antwort findet, folgt einfach dem Herdentrieb, irgendjemand wird schon dabei sein, der weiß, wo´s lang geht.
Donnerstag, 17.09.2009
"Hurra, hurra, die Schule brennt" - nur ein Hit aus der NDW-Zeit (fragt mal eure Eltern, was das war)? Naja, ganz so schlimm, war´s gestern nicht, aber dass die Markkleeberger Feuerwehr vor unserer Schule aufkreuzt, passiert ja auch nicht aller Tage. Für einen Probealarm war der Zeitpunkt unglücklich gewählt, kurz vor Stundenbeginn hat so etwas eigentlich wenig Sinn, da die Schüler meistens noch nicht in den Zimmern sind. Zum Glück war´s am Ende nur ein Fehlalarm, die Floriansjünger konnten ohne Einsatz wieder davon rollen.
Fazit: Die Fluchtwege sind noch nicht ganz klar, manche Klassen standen auf dem Pausenhof (falsch!!!), der Rest auf dem Sportplatz, aber auch da nur unvollständig. Wichtig, alle Notenbücher wären gerettet worden. Da kommt auch so manchem Schüler die alles entscheidende Frage: Ist mein Ranzen eigentlich versichert?
Den Schülern des musischen Zweigs sollte man mal sagen, dass die Alarmsirene auch für das A-Gebäude gilt: Das Klavier muss nicht den letzten Walzer spielen.
Freitag, 11.09.2009
Wenn man sich mal vorstellt, dass in Bayern und Baden-Württemberg immer noch Ferien sind, braucht man sich nicht zu wundern, dass wir in PISA Spitze sind. Wir haben schon einen Monat Schule hinter uns, davon zwar drei Wochen Hitzeplan, die nicht ganz gelten, na gut, beim nächsten PISA-Test wird´s dann eben knapper.
Genug Zeit also, um sich mal ein kleines Bild zu machen. Die Schüler der 5.Klasse scheinen noch alle da zu sein, schwer zu zählen sind sie ja, da immer in Bewegung. Sie laufen nicht mehr ganz so orientierungslos durch ihr Schulhaus und wissen sich inzwischen auch schon im Speisesaal zu behaupten.
Die nun größer Sein-Wollenden drehen dagegen in den Pausen ihre Showrunden, schade dass ihnen noch keiner gesagt hat, dass ihre MP3-Player oder Handys einen Kopfhöreranschluss haben. Über das Erkennen dieses Problemes sind die noch größer Sein-Wollenden schon fast hinaus, ihr Hauptkampfplatz ist der Schulzaun: Wie überwinde ich den zum Inhalieren nikotinhaltiger Luft, ohne dabei von einer der nervenden Aufsichtsführenden mit der Frage aller Fragen daran gehindert zu werden: "Na, wo willst du denn hin?" Ganz Schlaue nehmen gleich die Abkürzung und gehen nicht über den Zaun, sondern den direkten Weg hinter die Sporthalle. Sehr kreativ, das liegt ja nun mal nahe, aber ein Geist sieht alles.
Unsere Groß-Seienden verzweifeln derweilen an ihrem Terminmanagment: Wer kam nur auf die Idee, den Abgabetermin der Studienarbeiten auf den 01.10. zu legen? Und wie kann ich meinen Drucker so manipulieren, dass er just am Tag zuvor das Zeitliche segnet. Man kann´s ja mal versuchen.
Ansonsten, alles beim Alten.
Ach so, am 27.09. werde ich Wahllokal - ein grammatikalisch richtiger Satz. Mehr dazu beim nächsten Mal.
Sonntag, 06.09.2009
Hilde bekommt inzwischen schon Fan-Post:
Bestimmt nervt dich der allmittägliche Berg von hingeworfenen Schultaschen von Schülern unter 1,75 m im Haupteingang A genauso wie jeden, der ins Schulhaus hinein will oder hinaus auf den Hof und darübersteigen muss.
Na, dem gibt´s eigentlich nichts hinzuzufügen. Eine völlige Unart, die ich so in meinem Schulhaus noch nicht gesehen habe. Ich weiß auch nicht, wer den Kleinen gesagt hat, dass der Eingangsbereich rund um die Treppen als Präsentationsfläche im Wettbewerb "Schönster Ranzen 2009" dienen kann. Eigentlich haben unsere Fünftklässler doch auch nach der 5.Stunde noch Unterricht, oder nicht?
Man sollte also dringend etwas tun, ehe sich noch jemand was tut (oder gar ein prämierter Ranzen verlustig geht).
Mittwoch, 26.08.2009
Manchmal begreift man die Verhaltensweisen von Schülern nicht mal als Geist. Oder wie ist es zu erklären, dass der RHS-Schüler, ein ansonsten sehr scheues, vorsichtiges Wesen, dermaßen in die Schule drängt, gar rast? Frühmorgens herrscht rund um die Mehringstraße Ausnahmezustand. Dabei sind nicht einmal die überbesorgten, bis fast in die Schule fahrenden, dabei den Eingang barrikadierenden Eltern das Problem, sondern der RHS-Schüler selbst. Straßenverkehrsordnung??? Noch nie gehört. Da meistens im Rudel gefahren wird, sind die Kompetenzen klar geklärt. Zweirad über alles. Davor ist nicht einmal der Fußweg sicher.
Aufwachen und den (eigenen) Geist nicht erst auf dem Schulgelände wahrnehmen!
Donnerstag, 20.08.2009
Bin heute mal durch durch unseren Speisesaal gegeistert, bisher ja nicht ein Ort, an dem man euphorisch werden konnte: Laut, einprägsames Küchenpersonal, am Essen schieden sich auch die Geister. Nunja, die zehn Minuten Nahrungsaufnahme nach gefühlten zwanzig Minuten Anstehen schaffte man auch irgendwie.
Und heute: Ist das noch unser Sodexo-Personal? Freundlich, hilfsbereit und vor allem schneeellllll. Große Portionen noch dazu. Kompliment an die Küchencrew! Dass darf gern so bleiben.
Montag, 17.08.2009
Manchmal können unsere Schüler ja ganz schön helle sein. Grüne Schilder in der Mittagspause fordern "Hitzefrei für die 7d", Unterschriftensammlungen sollen ebenfalls für einen früheren Schulschluss sorgen. Na, da hat ja die Belehrung über "Rechte und Pflichten der Schüler" schon Früchte getragen, leider interessiert´s keinen.
Vielleicht sollte man mal den Ferienplanern einen kleinen Tipp geben, dass die Klimaerwärmung Sachsen nicht umschifft, es im August so warm werden kann.
Übrigens, am Donnerstag steigt das Thermometer auf 32 ° C - bei Marktkauf soll es Handventilatoren im Angebot geben.
Sonnabend, 08.08.2009
Letzter Feriensonnabend, schade, eigentlich könnten die Ferien noch ´ne Weile gehen. Wenigstens scheint das Wetter mitzuspielen, sodass in den ersten Schulwochen hitzefrei möglich ist (sein könnte, müsste, ...). Kann mich aber nicht daran erinnern, dass es das in den letzten Jahren mal gab. Dafür waren die Architekten einfach zu clever - Schule in Nord-Süd-Ost-West-Richtung, irgendwo ist immer Schatten.
Ich freue mich auf die neuen Fünftklässler, da kommt doch endlich wieder Leben in die Bude. Und da die auch nicht auf den Mund gefallen sind, werden die Großen wie immer um ihre Pfründe kämpfen müssen, von wegen "Ich muss mal an den Computer, um zu arbeiten.". Damit kann man doch keinen 10jährigen mehr beeindrucken: "Häää, ich bin hier auch Schüler."
Ich freue mich auf die Gesichter der neuen Kursschüler, wenn sie ihren Stundenplan sehen und jetzt schon überlegen, welche Stunde man abhängen könnte. Schlechtes Planing, man muss jetzt alles einbringen. Aber Trost sei gespendet, daMars haben Generationen vorher auch gepackt (ich weiß, soooo´n langer Zopf).
Noch überwiegt also die Freude, aber wie es eben so schön heißt, Hilde nervt. Und dieser Zeitpunkt wird schneller kommen als gedacht.
Letzte Änderung am Mittwoch, 8. Februar 2012 um 00:23:19 Uhr.
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