Deutschland gilt schlechthin als das Land der Dichter und Denker. Warum? Dies ist auf Wolfgang Menzel zurückzuführen, der 1835 formulierte: "Die Deutschen thun nicht viel, aber sie schreiben desto mehr. [...] Das sinnige deutsche Volk liebt es zu denken und zu dichten, und zum Schreiben hat es immer Zeit. Es hat sich die Buchdruckerkunst selbst erfunden, und nun arbeitet es unermüdlich an der großen Maschine. [...] Was wir in der einen Hand haben mögen, in der anderen Hand haben wir immer ein Buch". (Quelle)
Nun gut, die Zeiten des Schriftstellers im Vormärz sind lange vorbei und die des guten Buches zur guten Nacht ebenfalls.
Aber, frei nach dem Motto "back to the roots" scheint sich etwas zu tun. Innerhalb einer Woche erscheinen an der RHS zwei Zeitungen, die einen "Denker" im Titel tragen: "Freidenker" und "Querdenker". Hat PISA uns die Augen geöffnet? Ist Denken wieder "in"?
Freidenker
Die zweite Ausgabe unserer Jungpoeten steht der ersten in nichts nach: Der Blick in den Spiegel, die Angst vor der Angst, Enttäuschung, letztes Aufbäumen sind nicht die Themen, die man locker bei einer Tasse Café au lait konsumiert. Das Level bleibt hoch - der Leser muss sich schon etwas mehr Zeit nehmen, hineinzuschauen in die Tiefen der Seele. Und - er wird es nicht bereuen.






