Quelle: http://www.wallpapersbuzz.com/new-year-2011/2011-year-on-a-blue-field.html
Und schon wieder vorbei - das Jahr 2011. Die Schlagwörter reichen eigentlich schon allein für einen Roman: Aufhebung der Wehrpflicht, arabische Revolution, Karl Theodor von und zu Guttenbergs Doktorarbeit, Tsunami und Fukushima, William und Kate beglücken die Briten, Borussia Dortmund wird deutscher Meister, die Griechen dagegen Pleitemeister, EHEC lässt die Gurken alt aussehen, wir haben die Fussball-WM (der Frauen) und eigentlich nicht, Loriot geht von uns, Eurokrise, Apple ohne Steve Jobs.
Es ist das Jahr der Laterne und des Stresstestes. Also, unterziehen wir mal unsere heiligen Hallen einem solchen. Zeit für Hildes Jahresrückblick.
Gesundes Neues! Dieser Wunsch schien den Bewohnern des RHS-Iglos am ersten Schultag nach den Ferien nur mit klappernden Zähnen über die Lippen zu kommen. Was für eine Kälte in unseren heiligen vier Wänden. Dass die Heizungen nicht sinnloserweise zwischen den Jahren (wer hat eigentlich diese Wendung erfunden?) laufen müssen, leuchtet ein. Aber dass Körperwärme ausreichen muss, um etwas anheimelnde Stimmung in die klammen Zimmer zu bringen, weniger. Da machte es sich doch bezahlt, wenn man zeitig genug in der Schule war, um einen der "heiß begehrten" Fensterplätze zu ergattern.
Oder man wartete einfach eine Woche und fuhr ins Winterlager. Schnee gab´s ja genug. Und warm schien´s auch zu sein.
Apropos Winterlager: Unsere Schüler sind kommunikationsmäßig gesehen auf dem neusten Stand, kennen ihre Netzwerke und sind damit von der ganz fixen Sorte: Dank Schüler-VZ, Facebook und ihren Schwestern sind Informationen von A nach B geschnellt, da kommt nicht mal ein Bus von M(arkkleeberg) nach M(ittenwald) hinterher. Bevor der Bus eine Panne hat und irgendwie in Brand gerät, ist die Message schon unterwegs. Wahnsinn. Was man dann draus macht, ist eine ganz andere Geschichte. Folgt man den Gerüchten, dürfte der Bus nie angekommen und die Schüler nie eine Piste gesehen haben.
So viel Informationsvielfalt hat seinen Preis. Was unsere User dabei nämlich verlernen, ist das Pflegen ganz normaler, wenn auch damit biederer Kommunikationsverfahren. Sag´ mal einem Sechstklässler in ganz einfachem Deutsch, dass die Schule kein Indoor-Spielplatz ist und Fangen nicht auf der Stundentafel steht. Die Antwort darauf erscheint logisch: Ich bin´s nicht. Wie wahr, er hat das Spiel verstanden und düst nach mehreren verstohlenen Blicken, ob das "Hallenpersonal" noch up to date ist, um die nächste Ecke. Sollte in diesem Augenblick gerade eine der Türen aufgehen, hat er ganz schlechte Karten. Macht aber nichts, ehe irgendjemand reagieren kann, weiß die Welt schon davon.
Das Jahr 2011 ist auch das Jahr der Laterne vor der Sporthalle, zumindest erkläre ich es mal dazu. Sie hatte es irgendwie nicht leicht. Irgendjemand kann sie einfach nicht leiden ..
Der erste Sonnabend nach den Winterferien ist traditionell dem Tag der offenen Tür vorbehalten. Zukünftige Fünftklässler wollen ihr neues Zuhause sehen, die Eltern haben zahlreiche Fragen und wir Bewohner nutzen diesen Tag, um all diese Fragen zu beantworten. Wenn man uns nur lässt. In diesem Jahr war alles irgendwie anders.
Es lohnt nicht, all die Tage noch einmal im Detail durchzugehen: Ein ausgefallener Tag der offenen Tür und zwei Schultage dazu, ein Deutsch-Vorbitur unter Polizeischutz - das ist das, was die Welt nicht braucht. Wir haben aber auch bisschen dazu gelernt, zum Beispiel wie man ganz pragmatisch Hilfe geben kann, z.B. auf die Frage, ob die Schule das verloren gegangene Essengeld zurückzahlt.
Barack Obama in Markkleeberg, an der RHS? Nicht ganz, aber immerhin sein Papp-Konterfei hatte Philip Murphy, US-Botschafter in Deutschland, in die Aula mitgebracht.
Hoher Besuch in unseren heiligen Hallen. Der deutete sich schon am frühen Vormittag an, obwohl ein größeres Polizeiaufgebot derzeit ja nichts Ungewöhnliches ist. Aber die schwarzen Limousinen wiesen auf wenig Bedrohliches hin: Großer Besuch im Anmarsch, US-Botschafter Philip Murphy sowie seine Ehefrau Tammy wurden im Rahmen der Buchmesse zu einer Lesung erwartet.
Um 11:18 rollte die Eskorte auf den Schulhof und ein sichtlich gut gelaunter Botschafter entstieg mit Ehefrau samt umfangreichem Sicherheitspersonal. Begrüßt wurden die Gäste von Schulleiter Ditmar Apel und Englischlehrerin Kerstin Kirschke, die wieder einmal ihre guten Kontakte zum Leipziger US-Konsulat hatte spielen lassen und den wichtigsten Mann Amerikas in Deutschland in die Mehringstraße lotsen konnte.
Schüler der 11. und 12.Klassen wurden in der Aula vom US-Botschafter ermutigt, sich einzubringen, sich zu artikulieren. Am Beispiel von Reden des amtierenden Präsidenten Barack Obamas und anderer wichtiger Persönlichkeiten der Geschichte der USA motivierte er die zukünftigen Abiturienten, sich der Wirkung von Sprache bewusst zu werden. Gerade die von ihm beachteten Lincoln, Roosevelt, Kennedy, Martin Luther King wie eben auch Barack Obama hätten bewiesen, dass man mit Worten Zeichen setzen kann: "Ich bin ein Berliner" (J.F. Kennedy) oder "I have a dream" (Martin Luther King) stehen stellvertretend dafür.
Für die Schüler der 7. und 8.Klassen las Tammy Murphy aus Obamas Kinderbuch "Of Thee I Sing: A Letter to My Daughters" ("Von dir singe ich: Ein Brief an meine Töchter"). In seinem 40seitigen Werk berichtet der Autor über 13 Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte, die für Werte und ihre Liebe zum Vaterland stehen.
Nach einer Stunde verließ der Besuch wieder Markkleeberg, ließ sichtlich beeindruckte Schüler zurück. Wann bekommt man schon einmal ein Autogramm von einem Botschafter? Überraschend die (Welt-)Offenheit des Botschafters, der den genauen Spielplan der Frauen-Fussball-WM in Deutschland im Kopf hatte und locker über die Champions-League plauderte. Politik zum Anfassen - heute wurde dies zelebriert.
Der Monat April gibt sich sonnig. Zeit für ein Mittagessen im Freien. Da der Speisesaal auf Grund der Englischprüfung gesperrt war, gab es wieder Mittagessen auf dem Hof: Bratwurst mit Nudelsalat (auf Wunsch sogar vegetarisch), genießen konnte man an und auf Bierzeltgarnituren an der frischen Luft.
Die Paddler können es auch nicht lassen: Sobald es irgendwie geht, wird angepaddelt. In diesem Jahr war es am 18.04. soweit.
Die RHS scheint in diesem Jahr Politiker magisch anzuziehen: Im März der Besuch des US-Botschafters, im Mai war es zwar nur ein Staatssekretär, aber immerhin. Erhard Weimann ist Bevollmächtigter des Freistaates Sachsen beim Bund und Leiter der Landesvertretung des Freistaates Sachsen in Berlin und damit auch für die Verbindungsachse Dresden - Brüssel zuständig. Und somit auch für unser gesellschaftswissenschaftliches Profil der 9.Klassen, denn ein zentrales Thema des Schuljahres ist Europa.
Der gebürtige Würzburger hat einiges hinter sich: Studium zum Diplom-Verwaltungswirt, anschließend verschiedene Tätigkeiten im baden-württembergischen Innenministerium und Landtag, ehe er 1990 sächsischen Boden betrat und seitdem in verschiedenen Funktionen die sächsischen Ministerpräsidenten unterstützte.
Damit hat der sächsische Botschafter in Berlin eine Menge zu erzählen und viele Antwortmöglichkeiten auf die zahlreichen Fragen unserer Schüler. Und die waren nicht ohne: Wie sieht der Arbeitstag eines Politikers aus? Ist der Verdienst eines Europaabgeordneten gerechtfertigt? Wie kann man sich für Politik begeistern? Welche Chancen hat der anvisierte Atomausstieg? ...
Erhard Weimann reagiert routiniert und vor allem im Kontext der Schüler, ohne ganz direkt zu werden. Manche Fragen werden clever umschifft, manche Antworten in die Zukunft gelegt.
Für die Schüler bleiben 90 Minuten, in denen sie der aktuellen Tagespolitik ein kleines Stück nahe waren, ohne sie ganz verstehen zu können. Das ist aber auch nicht unbedingt der Job eines Politikers.
Im Mai kommt unsere schiefe Laterne wieder ins Spiel. Die Skulptur "Man walking to the sky" des US-amerikanischen Künstlers Jonathan Borowsky prägte die letzte "documenta" 2007 in Kassel. Nun hat diese Ausstellung zeitgenössischer Kunst ihre Fühler auch ins beschauliche Markkleeberg ausgestreckt. Wozu doch eine schiefe Laterne so alles gut ist.
Böses Erwachen für diverse Fahrradfahrer: Tatütata, die Polizei steht da. Wurde ja auch höchste Zeit, dass das ein oder andere Rad mal wieder den weiß-grünen TÜV sah. Nebenbei gab´s noch eine schöne Ausrede für´s eventuelle Zuspätkommen, die Staatsmacht hält einen ja nicht jeden Tag auf. Clevererweise hatten die Ordnungshüter auch ihre Strategie den Umständen angepasst: Nachdem sich ja in den letzten Jahren mit Hilfe der modernen Kommunikationsmittel relativ schnell herumgesprochen hatte, wo die Kontrolleure stehen und der ein oder andere entsprechend der Gewitter-Belehrung sein Fahrrad vorsorglich in der Versenkung verschwinden ließ, glänzte man in diesem Jahr überraschenderweise mit zwei Kontrollstellen: Ein Entrinnen unmöglich. Wieviele Ermahnungen ausgesprochen wurden, ist nicht bekannt, wohl auch uninteressant, da eh´ wirkungslos.
Auch in diesem Jahr stellten sich Schüler unserer Schule den Herausforderungen des Fremdsprachen-Wettbewerbes und meisterten anspruchsvolle Aufgaben in englischer Sprache: Landeskunde, freies Sprechen, Leseverstehen, Hörverstehen, Wortergänzung und kreatives Schreiben. Wir konnten uns über drei Preisträger auf Landesebene freuen, die zur Auszeichnung in den Landtag eingeladen wurden: Felix Höfer (10 c), Susanne Anderegg (10 c) und Konstantin Hierl (10 c).
Wer auf Studienfahrt etwas Exotisches erleben möchte, braucht dafür nicht unbedingt in andere Länder zu fahren, die heimische Ostseeküste tut`s auch:
Zuerst einmal war da der Tag der Abreise: Abfahrt Sonntag früh um 06.51 Uhr ab Leipzig Hbf, was ja wahrscheinlich für einen Gymnasiasten, der sonst nur von Montag bis Freitag die Schulbank drückt, bereits sehr exotisch erscheinen mag. Außerdem lernten wir auf der Fahrt viele neue, spannende Bahnhöfe Deutschlands kennen, da in regelmäßigen Abständen Umsteigen angesagt war, wobei jedoch erwähnt werden muss, dass unsere Fahrtzeit im Vergleich zu den endlos langen Busfahrten der anderen Kurse wirklich angenehm ausfiel. In Boiensdorf (Wo mag das wohl liegen?, fragt sich da bestimmt so mancher Schüler...), dem Ziel unserer Studienfahrt angekommen, trafen wir dann auf einen sehr speziellen Dr. rer. nat, der unsere Studien betreuen sollte. Auch das Abendessen sollte die ganze Woche über dermaßen gleich sein, dass der eine oder andere womöglich aus dem Staunen nicht mehr heraus kam ...
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Hilde gefällt: der Abigag. Wenn´s was in Mengen gab, dann Wasser. Soll man ja auch genügend zu sich nehmen. Und wer das nicht wollte, wurde mit einer schicken Tüte bedacht. Ein Pluspunkt für so viel Weitsicht, nach den Erfahrungen der letzten Jahre war das wohl auch bitter nötig. Nächster Bonuspunkt: Die Verpflegung. Dank einer großen deutschen Bank gab´s Gummibärchen kistenweise, schon sinnvoller, als das Geld auf die Akropolis zu schicken. Ich denke, wir können in Zukunft auf alle Prophylaxe durch unsere Schulzahnärztin verzichten, die Elternbriefe mit dem Hinweis auf kariesbedingte Weiterbehandlung kann auch ich ausstellen. Und es gab nicht nur Brot, nein, es gab auch Spiele, und richtig durchdachte, liebevoll vorbereitete. Auf so eine Idee, wie mit der Verfolgungsjagd auf den Bobby Cars, muss man erst mal kommen. Unfair aber, dass Lady Gaga und Sylvie van der Vaart nur drei Sekunden Vorsprung hatten, so langsam ist selbst die Polizei nicht. Insgesamt großes Kompliment für die Organisatoren, die sich auch von dem ein oder anderen bierbüchselnden "Huuuurrrraaaa, isssccccshhhh haaabbb meeeiiinnn Abbbiiii"-Tralalla nicht beeindrucken ließen.
Das Highlight des Tages war aber sicherlich die kurze Rede unseres Schulleiters. Etwas überrascht über seine Rolle im Abspann des diesjährigen Abi-Gags war er sich der Tragweite seiner Worte wohl nicht so ganz bewusst. Er verkündete eben nicht das von allen erwartete (und am Ende ja auch nachvollziehbare) "Hitzefrei", nein, seine Worte waren viel weitreichender gewählt: "Ihr seid Hildebrandianer" - das muss man erst mal setzen lassen. Hilde ist jedenfalls beeindruckt.
Sporttag an der RHS: Keiner will so richtig, am Ende macht es allen irgendwie doch Spaß. Absolutes Highlight dieses Jahr - der Duathlon um den Cospudener See. Dabei waren aber weniger die Leistungen der Neuntklässler entscheidend, sondern das mit high tech-Equipment ausgestattete Streckenpersonal. Irgendwie kamen die bestellten Elftklässler nicht so ganz mit den Wechselsprechgeräten klar: Was die eingesetzten 11er dort beim Streckenfunk vor allem verbal leisteten, ist grammyverdächtig. Gib´ einem Fasterwachsenen ein Walkie-Talkie in die Hand und der Tag ist gerettet. Bis die Batterien leer waren. Und bis die Startnummer 142 im Ziel war.
Ansonsten muss man den Sportlehrern unserer Schule ein Riesen Kompliment machen. Diesen Sporttag unter diesen Bedingungen so durchzuziehen, verdient schon Respekt. Auch wenn wie nicht anders zu erwarten die Telefone des Sekretariats am Morgen nicht stillstanden, ob das Sportfest nun ausfällt oder nicht - sie zogen gnadenlos durch. Und keiner der Beteiligten murrte. Alles klappte wie am Schnürchen und wo man hinschaute, sah man nur zufriedene Gesichter. Ob in der Sprunggrube, am Cospudener See oder in der Sporthalle.
Das Ende eines Schuljahres bedeutet immer auch Abschied von vertrauten Gesichtern. So verließ Frau Erbendruth das Lehrerkollegium und ging in den Ruhestand. Frau Kirschke wechselte an die Deutsche Schule Las Palmas de Gran Canaria. Herr Salomon nimmt für ein Jahr ein sogenanntes Sabbatjahr. Verabschiedet wurde ebenfalls Herr Grein, der sein zweites Referendariatsjahr an der RHS absolviert hat.
Noch nicht mal eine Woche Schule und schon gibt´s erste Irritationen. Schuld daran war diese Grafik:
Hatten alle die letzten Tage nach einem "Hitzefrei" gelechzt, um sich am Ende doch schwitzend durch die Gänge und Zimmer schleppen zu müssen, wurden sie am 25.08. plötzlich erhört. Nur von wem? Die Nachricht kam unverhofft. Nicht auf Grund subtropischer Temperaturen gab es "Unterrichtsfrei", sondern wegen drohender Unwettergebilden. Die Schüler wurden darüber belehrt, auf schnellstem Wege das elterliche Zuhause aufzusuchen, nicht den Weg zum Cospudener See zu nehmen, stattdessen dafür zu sorgen, dass zu Hause alle Fenster verschlossen sind und die Pumpen bereitstehen. Nur warum? Katastrophenübung mal anders?
Die Wetterkarten und Strömungsfilme zeigten für ganz Europa keine Gewitterfronten. Schönstes Sommerwetter überall.
Im August treiben die Kunstbanausen ihr Unwesen. Schade, nun steht sie wieder gerade. Und damit ist der "Man walking to the sky" auch gleich verschwunden.
Damit die Laterne auch ihrer eigentlichen Bestimmung folgen darf, hat man sie gleich noch geschützt. Wichtig für die Parkplatzbenutzer!
Unsere neu gewählten Klassensprecher werden geschult: Die Schüler konnten sich in einem Workshop unter anderem mit Themen wie "Gruppendynamik" oder "Vorurteile" auseinandersetzen. Dabei sollten demokratische Prozesse erlebbar, soziale Kompetenzen gesteigert und für Toleranz und ein gewaltfreies Miteinander sensibilisiert werden. Außerdem sollten die Schüler zur aktiven Mitwirkung motiviert und positive Erfahrungen wie "Ich kann etwas bewirken" ermöglicht werden.
Organisiert wurde die zweitäge Veranstaltung vom Schulsozialarbeiter-Team in Zusammenarbeit mit Peer Training Sachsen, einem Projekt im Rahmen des Programms "Demokratisches Sachsen!", gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales.
Hilde kann nicht anders und thematisiert wieder einmal den alltägliche Wahnsinn zwischen denen, die am Lenkrad sitzend durch die Welt steuern, und denen, die auf zwei Rädern ihr Ziel suchen.
Okay, nun sind wir nicht Berlin, Frankfurt oder München, die Probleme allerdings gleichen sich: Anstatt miteinander, geht es eher gegeneinander. "Lieber fährt man frontal auf den Gegner zu, als die eigene Vorfahrt aufzugeben."
Erstaunlicherweise funktioniert das im ampelgesteuerten Verkehrsraum rund um die Koburger Straße noch relativ gesittet, wäre wohl auch selbstmörderisch, dort den starken Max zu riskieren. Je mehr man sich aber der Schule nähert, scheinen alle erlernten Kenntnisse der Fahrradschule vergessen: Rechts vor links? Kenn´ ich nicht. Rechts fahren? Ich doch nicht, nur in breiter Masse sind wir stark. Vorfahrt? Wieso, ich komme doch aus dem Kees´schen Park.
Im Ferienmonat Oktober ist es erstaunlich ruhig, nur Hilde muss wieder meckern und hat dabei eine grandiose Idee (leider bis heute nicht umgesetzt).
Die Medizinstudenten an der Uni Leipzig haben neben ihren berühmt-berüchtigten Partys, die wir natürlich nicht übernehmen können, etwas, worüber es sich wirklich lohnt, nachzudenken: den Erklärbär. Der erklärt den Studenten so manches, was sie noch nicht verstehen, verstanden haben oder nicht verstehen wollen. Den kann man alles fragen, meistens weiß er, da er sich hauptsächlich von Lehrbüchern ernährt, eben auch eine Antwort.
So eine Spezies sollten wir uns auch zulegen. Einmal in der Woche könnte er unseren Schülern Rede und Antwort stehen, z.B. zu solch gravierenden Fragen wie "Darf ich im Unterricht mit meinem Smartphone kommunizieren?" oder "Muss ich mich im fächerverbindenden Unterricht langweilen?", "Warum darf ich eigentlich das Schulgelände nicht verlassen, ich bin doch schon 16." oder "Kann mir ein Lehrer meinen völkerrechtlich verbrieften Besuch der Toilette während des Unterrichts mit der Aussage verweigern, dass doch eigentlich die Pause dafür da ist?".
Da hätte er ganz schön zu tun, unser Erklärbär. Aber vielleicht hätte er auch nach einer gewissen Zeit keine Lust mehr auf das Frage-Antwort-Spiel und würde sich lieber einen dicken Bauch anfressen und in den Winterschlaf legen. Hört ihm ja eh´ keiner zu.
Im November wurden wir evaluiert: Schülerfragebögen, Lehrerfragebögen, Schulleiterfragebogen, Elternfragebögen; Schülergespräche, Lehrergespräche, Schulleitergespräch, Elterngespräche; Schulrundgang und natürlich Unterrichtsbeobachtungen. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.
Drei Tage wandelten die Gäste durch unsere heiligen Hallen, ließen sich alles zeigen, öffneten diverse Türen überraschend selbst oder standen vor manch verschlossener, warum auch immer. Am Ende zufriedene Gesichter allerorts, warten wir nun ab, was das umfangreiche Papier der Kommission als nachträgliches Weihnachtsgeschenk im Januar bringen mag.
Unsere heiligen Hallen wurde im November gerockt. Beim 1. Markkleeberger Indoorfestival im Rudolf-Hildebrand-Gymnasium spielten sechs Bands, wie „The Fruitcakes“, „Say it Now“ und „Hallucination“, einen ganzen Abend lang Musik zum Abgehen. Dem Publikum hat´s gefallen.
Werden die Tage kürzer, wird man besinnlicher und hat wieder mehr Zeit für die Muse. So auch ich. Und bin also die Tage (was für ein Deutsch) mal wieder durch mein Zuhause gewandelt, man hat ja ab und zu auch mal Zeit, mal hier und da einfach nur zu schauen.
Und da ist mir aufgefallen, dass wir doch ein ziemlich cooles Schulhaus haben. Nicht, dass das jetzt was Neues ist, haben wir ja nun schon das (verflixte) siebente Jahr, ich meine nicht die Architektur. Sondern das Schulhaus an sich. Da gibt es Wände über Wände, die dank feuerwehrtechnischer Vorschriften glücklicherweise nicht mit Schließfächern zugestellt sind, sondern einfach nur Wand sein dürfen. Mal werden sie beleuchtet, mal bilden sie einen fast umheimlich wirkenden dunklen Gang. Und manchmal werden sie auch behangen, mit einem Kunstwerk. Dieses hängt dann so, zum Teil neben einem anderen, zum Teil auch ganz allein, mehr oder weniger beachtet, und fristet so sein unverdientes Schattendasein. Manchmal werden sie aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt, wenn die Gänge mal wieder zu eng werden und der durch die Schule Hastende direkt mit der Kunst konfrontiert wird, deshalb hängt das ein oder andere eben auch schief. Aber sie bleiben standhaft. Gut so.
Obwohl es noch ein paar Tage bis Heiligabendsind, kann man natürlich auch in der Schule schon mal eine Spur "Stille Nacht" verstreuen: Der Baum ist zumindest schon einmal da und macht eine gute Figur. Geschmückt ist er nun auch schon. Da kann Weihnachten ja kommen ...
Das war Hildes Rückblick auf ein ereignisreiches 2011.
Hoffen wir, dass 2012 ebenso aufregend, aber auch anders, eben ein RHS-Jahr wird. Und was der Maya-Kalender da mit dem 21.12. vorhat, erschließt sich mir eh´ nicht, beginnt eben eine neues, fünftes Zeitalter.
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